Couragierte DSV-Leistung bleibt am Ende unbelohnt

Bad Doberaner Handballer ziehen gegen den Grünheider SV unglücklich und knapp mit 26:28 den Kürzeren.

Bad Doberan – Knapp vier Minuten vor dem Abpfiff liegen die Oberliga-Handballer des Bad Doberaner SV im Heimspiel gegen den Grünheider SV mit 26:27 hinten. Nach einem über weite Strecken ansehnlichen Spiel haben sie gegen den Tabellensechsten die Chance auf zumindest einen Punkt. Doch dann trifft Yan Vizhbovskyy den Innenpfosten, ein Konter wird leichtfertig vertändelt. Die Gäste nutzen die Gunst der Stunde – Kreisläufer Ritchie Panzer trifft zum 28:26 (12:14)-Endstand aus Sicht des GSV.

Schade! Obwohl die Hausherren vor 235 Zuschauern in der Doberaner Stadthalle über 60 Minuten fast ständig einem knappen Rückstand hinterherlaufen mussten, boten sie am Sonnabend nach mehreren deutlichen Pleiten gegen Spitzenteams erstmals einem Kontrahenten aus der oberen Tabellenhälfte wieder Paroli. Und so zeigte sich Trainer Lars Rabenhorst nicht unzufrieden. „Das war für unsere Verhältnisse ein gutes Spiel, in dem zum Schluss kleine individuelle Sachen entschieden haben“, meinte der 42-Jährige und bedauerte: „Wir hätten heute einen Punkt holen können.“

Es hätten sogar zwei sein können, wenn alle DSV-Akteure ihr Vermögen ausgeschöpft hätten. Doch Linksaußen und Torjäger Jakub Zboril hatte nicht seinen besten Tag, Kapitän Sebastian Prothmann fand erst nach dem Wechsel ins Spiel. Das wusste er auch, aber dennoch: „Wir waren in einigen Phasen einfach nicht clever genug“, ärgerte sich der DSV-Kapitän über die vertane Chance.

Ein richtig gutes Spiel lieferte Sebastian Voigt in der Rückraummitte ab. Er führte nicht nur umsichtig Regie, sondern trat auch als achtfacher Torschütze in Erscheinung. „Leider hat es nicht ganz gereicht, aber man muss auch zugeben, dass die Grünheider im 1:1-Spiel deutlich stärker waren als wir“, befand der 25-Jährige. Das war zweifellos richtig. Insbesondere Gäste-Linksaußen Phillip Hudewenz, der elf Treffer erzielte, machte mit Spielwitz und Schnelligkeit immer wieder viel Betrieb.

Auf der anderen Seite fehlten den Gastgebern drei wichtige Akteure. Maximilian Lendner musste mit einer Fingerverletzung passen, Kay Landwehrs und Till Sachse waren aus beruflichen Gründen nicht dabei. „Unter diesem Aspekt haben wir das nicht schlecht gemacht“, meinte Sebastian Voigt, der im Rückraum immer wieder Unterstützung durch Routinier Vizhbovskyy (39) erhielt. Leider fehlte dem Ukrainer bei einigen Holztreffern das nötige Quäntchen Glück. So bejubelten die Gäste und ihr kleiner, aber lautstarker Anhang einen Auswärtssieg, der gegen starke Doberaner bis zum Abpfiff am seidenen Faden hing. Letztlich waren es kleine individuelle Dinge, die den Unterschied machten. So bekam die DSV-Defensive Gäste-Spielmacher Konstantin Büttner (7 Tore) nie richtig unter Kontrolle, auch Franz Breu und Florian Fink (je 4) erzielten wichtige Treffer aus dem Rückraum.

Trotz der Niederlage haben die Doberaner als Tabellenzehnter (14:24 Zähler) den Vier-Punkte-Vorsprung auf den wahrscheinlichen Abstiegsplatz zwölf gehalten. Noch mehr Luft im Kampf um den Klassenerhalt können sie sich bereits am Sonnabend (19.00 Uhr, Stadthalle) verschaffen. In einem weiteren Heimspiel empfangen sie dann den Tabellenachten SV Brandenburg-West (16:22). Im Falle eines Sieges könnten sie nach Punkten mit den Brandenburgern gleichziehen. „Das wäre Balsam für die Seele“, blickt Sebastian Voigt voraus.

Bad Doberaner SV: Prothmann, F. Voigt – S. Voigt 8/3, Lehwald 2, Zboril 3, Ritzrau, Jahn 3, Stöwsand 2, Palm, Fandrich 1, Kröplin 1, Paul, Vizhbovskyy 6/2.

Grünheider SV: Leuschner, Petersen – Stachowiak, Fink 4, Breu 4, Büttner 7, Krzyzanowski, Klünder, Wettengel, Hudewenz 11/6, Panzer 2, Griebsch, Heine, Henow.

Siebenmeter: DSV 6/5, GSV 7/6. Strafminuten: DSV 6, GSV 12.

Spielfilm: 2:3 (5.), 6:5 (15.), 7:8 (20.), 9:12 (25.), 12:14 – 15:18 (35.), 18:19 (40.), 20:22 (45.), 21:24 (50.), 25:26 (56.), 26:28.