DSV-Sieben verpasst Überraschung im Derby

Doberaner Oberliga-Handballer verlieren beim Stralsunder HV mit 26:28 (11:12).

Stralsund. Trotz der insgesamt zehnten Pleite im 13. und zugleich letzten Auswärtsspiel der laufenden Saison in der Oberliga Ostsee-Spree konnten die Handballer des Bad Doberaner SV auf ihre gezeigte Leistung beim Tabellenzweiten Stralsunder HV stolz sein. Kleinigkeiten und ein paar strittige Schiedsrichterentscheidungen in der Schlussphase sorgten letztlich dafür, dass das Landesderby vor knapp 800 Zuschauern unglücklich mit 26:28 (11:12) verloren ging.

Für die Stralsunder war der Erfolg allerdings wertlos: Weil sich der um zwei Punkte bessere Spitzenreiter LHC Cottbus im Gastspiel beim VfL Tegel keine Blöße gab, feierten die Lausitzer dank des gewonnen Direktvergleichs mit dem SHV vorzeitig die Oberliga-Meisterschaft. Mit Rang zehn steht auch die Doberaner Endplatzierung nach einer ziemlich wechselhaften Serie schon vor dem letzten Saisonspiel fest.

Die deutliche Leistungsunterschied der beiden MV-Teams in der Tabelle wurde in den sechzig Minuten auf dem Handballfeld am Sonnabend nicht sichtbar. Die als klarer Außenseiter angereisten Doberaner erwiesen sich für die Sundstädter überraschenderweise als harter Brocken. Überraschend auch deshalb, weil die Gäste ohne ihren verhinderten Routinier Yan Vizhbovskyy antreten mussten. „Wir haben trotz des Ausfalls ein richtig starkes Spiel abgeliefert“, lobte Lars Rabenhorst sein Team und nannte zugleich die „ärgerlichen Schiedsrichterentscheidungen in der Schlussphase“ als wesentlichen Faktor dafür, dass es nicht zu einem Punktgewinn reichte.

Die Hausherren nutzen die Begünstigung durch das junge Schiedsrichtergespann sowie einen verworfenen Doberaner Strafwurf eiskalt aus und sorgten mit dem Lauf vom 24:23 zum 27:23 (57.) für die Vorentscheidung. Nach zuvor zahlreichen Führungswechseln in einem spannenden Derby war dies der erste klare Vorsprung überhaupt. „Wichtig war, dass wir gekämpft haben und das Spiel so bis zum Ende hin offen gehalten haben“, sagte DSV-Keeper und Kapitän Sebastian Prothmann, ohne näher auf die weiteren Begleitumstände der Derbypleite einzugehen. Vielmehr stellte er die positiven Aspekte heraus: „Wir haben den SHV gerade in der ersten Halbzeit zu vielen Fehlern gezwungen und im Angriff geduldig gespielt und unsere Chancen genutzt“, so der 31-Jährige.

Damit gelang den Doberanern zwar nicht die Revanche, aber zumindest die erhoffte Rehabilitation für die überdeutliche 16:31-Pleite im Hinspiel. Mit einer derartigen Leistung ist für den DSV vielleicht auch im abschließenden Heimspiel am kommenden Sonnabend (18 Uhr, Stadthalle) gegen den Tabellenvierten MTV Altlandsberg ein wohlwollender Saisonabschluss drin.

Statistik:

DSV: Prothmann, F. Voigt – S. Voigt 6, Lehwald 5, Zboril 4, Palm 2, Ritzrau, Jahn 1, Landwehrs 4/1, Fandrich 1, Kröplin 1, Sachse, Lendner 1, Paul 1.

Strafminuten: SHV 8, DSV 10.

Siebenmeter: SHV 7/6, DSV 2/1.