Presseartikel

DSV-Sieben verliert MV-Duell gegen Fortuna

Im Auftaktspiel der Handball-Oberliga Ostsee-Spree unterlag der Doberaner SV den Gästen aus Neubrandenburg mit 23:25.

von Rolf Barkhorn / Ostsee-Zeitung

Der Bad Doberaner SV hat zum Saisonauftakt der Oberliga Ostsee-Spree einen möglichen Punktgewinn verpasst. Sechs Minuten vor Abpfiff stand es 22:22, doch am Ende standen die Handballer aus der Münsterstadt mit leeren Händen da. Mit 23:25 (12:9) verloren sie das Landesderby gegen den SV Fortuna Neubrandenburg. Die Gäste bildeten nach dem Schlusspfiff einen Kreis und feierten fröhlich tanzend ihren Auswärtssieg.

Erleichtert meinte Gästetrainer Volker Hauschildt: „Die Punkte nehmen wir gern mit, aber schön war’s nicht. Wir sind am Ende über den Kampf zum Erfolg gekommen und haben von den Fehlern des Gegners profitiert. Aber wir haben auch noch zu viele Fehler gemacht.“ Während Doberans Trainer Matthias Schmidt noch damit beschäftigt war, die enttäuschten Spieler zu trösten, winkte sein Co-Trainer Yan Vizhbovskyy kopfschüttelnd ab und meinte: „Ich muss das erst mal sacken lassen“.

Klare Worte fand Torsten Römer, Abteilungsleiter Handball beim Doberaner SV: „Bis zur 43. Minute hatten wir das Spiel und den Gegner im Griff. Danach lief bei uns auf einmal nichts mehr zusammen. Wir haben das Spiel und einen möglichen Sieg aus der Hand gegeben. Das ist schade, denn es wäre mehr drin gewesen.“ Im gleichen Atemzug fügte er hinzu: „Wir werden schon noch unsere Punkte holen, die Saison ist ja noch lang.“

Es sah lange nach einem Erfolg für die Hausherren aus, nachdem die Bad Doberaner ihre anfängliche Phase der Nervosität überwunden hatten und ab der 21. Minute erstmals in Führung gingen (7:6). Die Gastgeber hatten es zwar schwer, sich durch die kompakte Fortuna-Abwehr zu kämpfen. Dafür erzwangen sie gegnerische Fouls, die von den Schiedsrichtern gnadenlos geahndet wurden. Allein im ersten Durchgang erzielte der DSV fünf von zwölf Treffern per Siebenmeter, wobei noch drei Strafwürfe nicht verwandelt wurden. Fortuna erhielt in den ersten 30 Minuten drei Siebenmeter, einen davon parierte Florian Voigt.

Nach dem Seitenwechsel hielt die DSV-Sieben den Gegner zunächst weiter auf Distanz. Wenn Neubrandenburg ein Tor erzielte, stellte Doberan im Gegenzug den alten Abstand wieder her. In den letzten 20 Minuten allerdings spielte die Heimmannschaft durch Zeitstrafen dreimal in Unterzahl, leistete sich aber auch in kompletter Riege leichte Ballverluste und agierte im Abschluss überhastet oder harmlos.

In der 60. Minute beim Stand von 23:24 wäre vielleicht noch ein Unentschieden drin gewesen. Aber in Ballbesitz waren die Neubrandenburger, die sich den kostbaren Vorsprung nicht mehr aus der Hand nehmen ließen. Sie besprachen sich in einer letzten Auszeit, danach band Stefan Stolt kurz vor dem Schlusssignal den Sack zu.

„Wir hätten im letzten Drittel noch etwas frischen Wind gebraucht, durch Spieler wie unseren Neuzugang Moritz Hauschildt oder unseren Routinier Christian Hasenpusch. Aber Christian war nicht da und Moritz konnte nicht spielen, weil er sich im Abschlusstraining verletzt hat“, erklärte Torsten Römer. So kam es bei diesem ersten Aufeinandertreffen mit dem SV Fortuna auch nicht zum erwarteten Familienduell zwischen DSV-Spieler Moritz Hauschildt und seinem Vater Volker Hauschildt. Das wird nun vertagt auf das Rückspiel am 13. November in Neubrandenburg.

Statistik: Doberaner SV: Prothmann, F. Voigt – S. Voigt 5/3, Landwehrs 4/1, Spitzner 2, Seidel, Paul, Lampe, Finkenstein 4, Wende 5/3, Wilhelm 1, Lehwald, Rasch 2.
Fortuna: Schmidt, Prodoehl – Petzki, Deutsch 2, Langschwager 3, Romanowski 1/1, Deutsch, Klepp 5/3, Kminikowski, Kühle 4, Zimmermann 3/1, Stolt 4, Saß 3.

Siebenmeter: DSV 10/7, Fortuna 8/5. 

Zeitstrafen: DSV 5, Fortuna 4.

Handball-Oberliga Ostsee-Spree Saison 2021/22 Staffel Nord- Bad Doberaner SV – SV Fortuna Neubrandenburg 23:25 (12:9) – Nicht einfach für DSV-Akteur Jonathan Seidel, durchzukommen.