MJA   |   24.01.2012, 06:15 Uhr

A-Team siegt im Krimispiel

Der DSV-Handball-Nachwuchs kam gegen Warnemünde mit einem blauen Auge davon.

Bad Doberan - Nach dem Sieg in Warnemünde in der Hinrunde behielt der Handball-Nachwuchs des Doberaner SV auch im Rückspiel gegen des SVW mit 29:28 (HZ 16:13) die Oberhand.

Dabei spielte das A-Jugendteam des Trainergespanns Wiebe/Klein fünfzig Minuten lang sehenswerten Handball. Bereits beim Aufwärmen merkte man den Doberanern an, dass sie diese Partie der MV-Liga unbedingt gewinnen wollten. Und so präsentierte sich die Mannschaft dann auch auf dem Feld. Nach einem 2:3-Rückstand in den ersten Minuten übernahm sie die Regie auf dem Feld und zog auf 6:3 davon.

Besonders durch eine gute Abwehr, mit einem erneut gut aufgelegten Torhüter dahinter, wussten die Gastgeber zu überzeugen.

Jedoch schlichen sich im ersten Spielabschnitt immer wieder kleine Fehler ein, so dass der SV Warnemünde beim 10:9 den Anschluss wieder herstellen konnte.

Kurz vor der Pause hatten die Doberaner beim Stand von 12:10 nochmals Ballbesitz. Die folgende Szene sollte noch für viel Diskussionsstoff sorgen: Da ein Warnemünder Spieler beim folgenden Konter regelwidrig seinen Gegenspieler attackierte, unterbrachen die Schiedsrichter die Begegnung und ahndeten das Foul mit einer gelben Karte. Kampfgericht wie auch die Doberaner Seite hatten bei den etwas überfordert wirkenden Unparteiischen das Zeichen für Timeout erkannt, weshalb das Kampfgericht die Zeit anhielt, so dass noch fünf Sekunden zu spielen waren. Nachdem die Schiedsrichter die Begegnung wieder freigaben, lief auch die Zeit weiter und Till Sachse — mit 14 Treffern erfolgreichster Werfer des DSV — vollendete vor dem Pausenpfiff zum 16:13. Von Seiten der Gäste gab es wütende Proteste.

Von den vorrangegangenen Diskussionen völlig unbeeindruckt begannen die Doberaner nach der Pause sehr konzentriert. Sie führten nach zehn Minuten mit 23:16 und schienen einem sicheren Sieg entgegenzustreben.

Doch nach der dritten Hinausstellung für Spielmacher Jens Busse (50. Minute) verloren die Doberaner völlig den Faden, leisteten sich zahlreiche Fehler und schlossen ihre Angriffe viel zu früh ab.

Dadurch witterten die Jungs von der Warnow plötzlich doch noch ihre Chance und verkürzten Tor um Tor. Beim Spielstand von 28:26 leistete dann Moritz Ludwig seiner Mannschaft einen Bärendienst, als der Torhüter des DSV völlig zu Recht wegen Reklamierens hinausgestellt wurde. So musste sein Team die verbleibenden Minuten in Unterzahl absolvieren und Warnemünde gelang in der 59. Minute der Anschluss zum 28:29. Mit viel Glück retteten die Hausherren den knappen Vorsprung aber über die Zeit und feierten am Ende den verdienten Sieg. Der SV Warnemünde kündigte unmittelbar nach dem Spiel einen Einspruch gegen die Wertung an. DSV-Trainer Hein Wiebe meinte nach der Partie: „Ich kann nicht verstehen, wie wir solch einen komfortablen Vorsprung aus der Hand geben konnten.“

Andreas Klein (OSTSEE-ZEITUNG)
Till Sachse war mit 14 Treffern erfolgreichster Torschütze der Doberaner A-Jugend.