|
1.Männer | 13.05.2011, 06:11 Uhr
Saisonfinale im hohen Norden
Doberans Handballer bestreiten morgen ihr letztes Punktspiel in der Dritten Liga in Flensburg. Handball - Zum Ende der Spielzeit in der Dritten Liga Nord kommen die Männer des Bad Doberaner SV noch einmal so richtig in Fahrt — jedoch zu spät. Vor dem letzten Saisonspiel bei der SG Flensburg/Handewitt II (Sonnabend, 19 Uhr) haben die Münsterstädter drei Mal in Folge gewonnen, zuletzt im Derby gegen den Stralsunder HV (OZ berichtete). Bei einem weiteren Erfolg mit mindestens vier Toren Differenz gegen die SG-Reserve (12. Platz/19:35 Punkte) könnten die Mecklenburger (13./17:37) im Abschlussklassement noch an den Fördestädtern vorbei ziehen.
Das „Endspiel“ um Rang zwölf am 30. und letzten Spieltag ist allerdings für keinen der beiden Kontrahenten von größerer Bedeutung: Sowohl die Flensburger als auch die Doberaner stehen bereits als Absteiger fest. Die SG II rutscht erstmals nach 23 Jahren in die Viertklassigkeit ab, die Doberaner erwischt es nach 1999 und 2005 zum dritten Mal.
Nach den ersten beiden Abstiegen gelang der DSV-Sieben jeweils die sofortige Rückkehr. Eine solche scheint im dritten Anlauf eher ausgeschlossen: Die Doberaner werden sich im kommenden Jahr mit einem veränderten Team zunächst in der als stark eingeschätzten Ostsee-Spree-Oberliga behaupten müssen. Zudem dürfte der finanzielle Kraftakt einer Drittliga-Saison für den DSV in naher Zukunft wohl nicht realisierbar sein. Der Mindest-Etat beläuft sich nach Schätzung mehrerer Experten auf eine niedrige sechsstellige Summe. Deutlich zu viel für die finanziell klammen Doberaner, die aber dank ihrer Sponsoren in den Jahren zuvor gute Ergebnisse in der Regionalliga erzielten.
An diese wollen sie in der nächsten Oberliga-Saison wieder anknüpfen. Neben der Unterstützung aus der Wirtschaft sollen dabei auch neue Akteure helfen. DSV-Manager Dieter Schmidt und Trainer Stefan Kultermann, der zu Wochenbeginn krankheitsbedingt das Bett hüten musste, sind eifrig auf der Suche nach Verstärkungen. Da das Geld nicht sonderlich locker sitzt, soll vielmehr das Konzept Spieler aus der Umgebung vom Handball in der Molli-Stadt überzeugen: Nach wie vor sind die Doberaner hinter Zweitligist HC Empor Rostock der klassenhöchste Vertreter im Großraum Rostock, Bad Doberan und Wismar. So stehen gerade talentierte, jüngere Kräfte im Fokus der Doberaner.
Ein Plus soll auch die Verbindung mit der zweiten Mannschaft sein, die ab Sommer in der MV-Liga (5. Liga) spielt.
Hier könnten sich Spieler mit weniger Spielpraxis für einen Einsatz in der Oberliga empfehlen. Auf dem Notizblock stehen zudem die Namen erfahrenerer Akteure, die das Team führen sollen.
Weiterhin ist der Doberaner SV auf der Suche nach Schiedsrichtern. Der schrumpfenden Zahl an Unparteiischen soll mit einer gezielten Aktion, bei der aktiven oder auch angehenden Referees einige Extras winken, Abhilfe geschaffen werden. Auch im Nachwuchsbereich will sich der Bad Doberaner SV in der neuen Saison wieder engagieren. Kinder und Jugendliche aus der Münsterstadt, die gern Handball spielen möchten, sind in den Jugendteams willkommen.
Oberliga Ostsee-Spree
Die Handball-Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin haben im Frühjahr 2009 die gemeinsame Oberliga „Ostsee-Spree" gegründet. In dieser Liga treffen Bad Doberans Handballer in der kommenden Saison auf Gegner wie HC Neuruppin und Fortuna Neubrandenburg.
Robert French (OSTSEE-ZEITUNG)
|