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1.Männer | 09.05.2011, 06:12 Uhr
DSV bezwingt Stralsund
Ein Abend der EmotionenIm letzten Saisonspiel in eigener Halle besiegten die DSV-Handballer den Stralsunder HV mit 28:26 (16:13). Handball - Es war einmal mehr ein Abend voller Emotionen, den die nur 250 Zuschauer in der Doberaner Stadthalle am Sonnabend erlebten. Diese Gefühle wurden bereits vor dem Anpfiff geweckt, als neben Todor Ruskov auch Publikumsliebling Christian Gerber nach sechsjähriger DSV-Zugehörigkeit verabschiedet wurde. In 175 Spielen für den Doberaner SV erzielte er 544 Tore, wurde mit dem Verein Landesmeister und erkämpfte in vier aufeinander folgenden Spielzeiten mit dem Team einen einstelligen Tabellenplatz in Deutschlands dritthöchster Spielklasse. Zahlreiche Artikel der OZ zeigten Spielaktionen des dynamischen und sympathischen Spielgestalters der Blau-Gelben. Christian verlässt den DSV und die Region, da er ein Studium aufnimmt. Der Verein verabschiedete ihn würdig, die Fans legten ihm ihre Herzen zu Füßen und auch die OZ wünscht alles Gute für die Zukunft. Weiter ging es dann mit den Emotionen im Derby gegen den Stralsunder HV. Die Doberaner begannen hochkonzentriert und legten schnell zum 6:2 (9. Minute) vor. Geduldig herausgespielte Tore über den Rückraum, wo Glamann und Ruskov während der gesamten Begegnung viel Gefahr ausstrahlten, und ein sicherer Abwehrblock mit einem sicheren Robert French dahinter sorgten für den guten Start. Nicht ohne Grund aber haben sich die Stralsunder schon frühzeitig für die neue 3. Liga qualifiziert. Mit Martin Libergs, Benny Lindt und Karsten Ganschow verfügen die Gäste über einen enorm starken Rückraum. Dieser sorgte nach einer zwischenzeitlichen Auszeit der Sundstädter für den Ausgleich zum 10:10 (22.). Doch die Einheimischen blieben das spielbestimmende Team und setzten sich bis zur Pause wieder auf drei Tore (16:13) ab. Trainer Stefan Kultermann befand zu Pause: „Das war eine unserer besten Halbzeiten in dieser Saison“. Nach dem Seitenwechsel riss dann aber beim DSV der Spielfaden. Die bis dahin sehr diszipliniert und taktisch bestens agierenden Doberaner schlossen im Angriff oftmals zu früh ab, anstatt den letzten entscheidenden Pass auf den freien Mann zu spielen. Mehrere Lattentreffer und zwei verworfene Siebenmeter sorgten für eine Wende im Spiel. Nach einer Viertelstunde im zweiten Spielabschnitt führten die Gäste mit 18:20 und schienen ihrer Favoritenrolle nun gerecht zu werden. Doch die Gastgeber bewiesen einmal mehr, dass man sie zu keinem Zeitpunkt abschreiben darf, dass sie mittlerweile wieder zu einer homogenen Einheit auf dem Feld geworden sind und so eigentlich doch in diese dritte Liga gehören. Die Abwehr des DSV fand als erstes wieder zurück in die Partie, agierte mit Routinier Lars Rabenhorst auf der Mittelposition und einem offensiven Falk Heinrich sehr beweglich und auf Ballgewinn orientiert und auch der ab der 50. Minute eingewechselte Torhüter Georg Hoene gab noch einmal zusätzlichen Halt. Aus dieser Abwehr heraus konnte auch der Angriff wieder an die Form der ersten Halbzeit anknüpfen. Selbst vier Minuten hintereinander in Unterzahl hielten die Kultermann-Sieben nicht davon ab, in der 54. Minute wieder die Führung zum 24:23 zu übernehmen. Matthias Jahn (5 Tore) am Kreis wurde immer wieder frei gespielt und vollstreckte sicher. Todor Ruskov beraubte dann die Stralsunder mit seinen Treffern sieben und acht in der Schlussphase endgültig aller Siegträume und als Michael Höwt seinen Vorgängern zum Schluss auch noch zeigte, wie einfach man einen Strafwurf versenkt, war der 28:26-Sieg des DSV perfekt. Die Fans hatten von der ersten Minute an eine wunderbare Stimmung in die Halle gezaubert. Die Mannschaft, „die leider zu spät in dieser Saison zu einer Einheit wurde, bestätigte mit dem Derbysieg ihre positive Entwicklung in den letzten Wochen“ so Doberans Trainer Stefan Kultermann. Der sechste Sieg im achten Spiel unter „Kuller“ sorgte für den Sprung auf Tabellenplatz 13 und lässt nun für das letzte Spiel am kommenden Sonnabend bei der SG Flensburg/Handewitt II sogar noch die Möglichkeit einer weiteren Verbesserung zu. Wie Manager Dieter Schmidt beim Team- und Sponsorenempfang nach dem Spiel noch einmal betonte, laufen in der Münsterstadt die Vorbereitungen für die nächste Saison in der Oberliga Ostsee-Spree auf Hochtouren. Am 14. September beginnt dann die neue Spielzeit. Für den Doberaner SV spielten: Robert French, Sebastian Prothmann, Georg Hoene — Hein Wiebe (1 Tor), Steffen Wiegratz, Matthias Jahn (5), Remko Sonnemans (3), Kay Landwehrs, Falk Heinrich (3), Florian Glamann (3), Michael Höwt (1/1 Siebenmeter), Christian Gerber (4), Lars Rabenhorst (1), Todor Ruskov (7/2). Andreas Klein (OSTSEE-ZEITUNG)
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