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1.Männer   |   28.03.2011, 06:10 Uhr

Möglichen Heimsieg in den letzten Sekunden verschenkt

Doberans Handballer unterliegen in eigener Halle gegen einen weiteren Abstiegskandidaten mit 29:30 (HZ 13:14).

Handball
- Das Duell zwischen dem gastgebenden DSV und der SG Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen verlief so spannend wie es das Ergebnis ausdrückt.

Schon in der Anfangsphase zeigte sich, dass es eine abwechslungsreiche Partie werden würde. Die Hausherren konnten nach dem feststehenden Abstieg frei aufspielen und die Gäste mussten unbedingt gewinnen um sich ihre Chance auf den Klassenerhalt zu bewahren. Den besseren Start erwischten die Schleswig-Holsteiner. Während dem DSV im Angriff zunächst die Mittel gegen die defensive Abwehr der SG zu fehlen schienen, traf der Gast mit den ersten Würfen zu 1:3-Führung. Dann aber brachte DSV-Coach Stefan Kultermann mit Florian Glamann eine Verstärkung des Rückraums und der 19-jährige versenkte seine ersten Versuche sicher im SG-Tor. Dadurch mitgerissen drehte das gesamte Team auf und konterte zum 5:3. Die Gäste ließen sich jedoch nicht abschütteln, hielten dagegen und zogen erneut am DSV vorbei zum 8:11 (21. Minute). Die Einheimischen kämpften sich zum 12:12 heran, lagen zur Pause dennoch mit 13:14 zurück.

Nach dem Seitenwechsel verlief die Partie weiterhin spannend wobei vor allem Todor Ruskov mit seinen acht Treffern den DSV, trotz der frühen Verletzungen von Lars Rabenhorst (Rücken) und Kay Landwehrs (Knöchel), im Spiel hielt. Mehrfach wechselte die Führung doch in der Schlussphase schienen die Münsterstädter die Oberhand zu behalten. Anderthalb Minuten vor dem Abpfiff erzielten die Mecklenburger das 29:26. „In diesem Moment habe ich schon überlegt, wie ich der Presse unsere Niederlage erklären soll“, gestand SG-Trainer Jens Häusler nach der Partie. Doch dieses Problem hatte sich wenige Augenblicke später in Luft aufgelöst. Innerhalb von 50 Sekunden ließen sich die Doberaner den Sieg (29:29) aus der Hand nehmen, weil man nicht etwa das Tempo aus dem Spiel nahm, sondern durch viel zu hektische Wurfversuche und Fehlabspiele den Gästen den Ball überließ. Stefan Kultermann riskierte in den verbleibenden 35 Sekunden alles, nahm seinen Torhüter vom Feld und brachte einen siebten Feldspieler. Drei Sekunden vor dem Abpfiff verloren die Doberaner erneut den Ball durch ein Fehlpass und über einen Blitzkonter kamen die Gäste mit der Schusssirene zum glücklichen 29:30-Siegtreffer.

Während die Gäste ihr persönliches Wunder ausgiebig feierten, fand Stefan Kultermann deutliche Worte: „Wir haben uns einfach zu dumm angestellt und unbeschreibliche Fehler gemacht.“

Für den DSV spielten: Robert French, Georg Hoene — Hein Wiebe, Stefan Strack (2), Matthias Jahn, Remko Sonnemans (5), Kay Landwehrs, Falk Heinrich (5), Florian Glamann (3), Michael Höwt, Christian Gerber (2), Lars Rabenhorst (2), Todor Ruskov (8/2), Steffen Wiegratz (2).

Andreas Klein (OSTSEE-ZEITUNG)