Sebastian Voigt sorgt für Doberaner Glückseligkeit

Nervenstark: Sebastian Voigt verwandelte den entscheidenden Siebenmeter beim 30:29-Sieg des Bad Doberaner SV.

Der 26-Jährige trifft per Siebenmeter zum 30:29 gegen den Ludwigfelder HC

Bad Doberan. Mehr Dramatik geht nicht: Durch einen von Sebastian Voigt nach Ablauf der 60 Minuten verwandelten Siebenmeter haben die Oberliga-Handballer des Bad Doberaner SV ihr Nachholspiel gegen den Ludwigsfelder HC mit 30:29 (12:15) gewonnen. Vor über 350 Zuschauern in der heimischen Stadthalle belohnten sich die Hausherren mit diesem Treffer für eine beeindruckende Aufholjagd, nachdem sie schon mit 20:25 (45. Minute) im Hintertreffen gelegen hatten.

Die allerletzten Sekunden der Partie sorgten im Nachhinein für jede Menge Gesprächsstoff. Florian Storm erzielte kurz vor der Schlusssirene den 29:29-Ausgleich für die Gäste. DSV-Torhüter Sebastian Prothmann versuchte einen letzten Pass, um vielleicht doch noch eine Entscheidung zu erzwingen. Der Ludwigsfelder Stefan Schwarz fing den Ball regelwidrig ab – in diesem Augenblick sprang die Uhr auf 60:00.

Die routinierten Unparteiischen Lutz Schween und Thomas Stahlberg berieten sich einige wenige Minuten mit den Zeitnehmern und gaben dann den finalen Siebenmeter für den DSV. Eine Entscheidung, die LHC-Trainerin Nicole Klante die Zornesröte ins Gesicht trieb. „“Die Uhr war abgelaufen, wir sind beschissen worden““, fand sie deutliche Worte und kündigte Einspruch gegen die Wertung des Spiels an. Ob der LHC diesen kostenpflichtigen Einspruch wirklich einlegt, ist allerdings zweifelhaft, denn die Erfolgsaussichten tendieren angesichts einer Tatsachenentscheidung gegen Null.

Den Doberanern war das ohnehin egal, denn die beiden Punkte gegen den Tabellenfünften könnten am Ende überlebenswichtig sein. So kamen die DSV-Fans voll auf ihre Kosten. „“Das war ein aufregendes Spiel, toll für die Zuschauer““, freute sich Trainer Lars Rabenhorst und lobte seine Mannschaft, die nie aufgesteckt habe. Besondere Zufriedenheit verschaffte ihm die gelungene Revanche für die 22:34-Klatsche im Hinspiel.

Dabei feierten die Hausherren letztlich einen Erfolg des Willens. „“Wir haben schon vorher gewusst, dass es nur so geht. Trotz des zeitweisen Rückstands haben wir uns nie aufgegeben, und die Fans haben ihren Teil beigetragen““, zeigte sich Matthias Jahn stolz. Der Kreisläufer spielte 60 Minuten durch, weil Jan Ritzrau ebenso wie Christian Fandrich mit Magen-Darm-Problemen passen musste.

Fandrich- Ersatz Christoph Rasch nutzte die Gunst der Stunde und lieferte sein bisher bestes Spiel im DSV-Trikot ab. „„Ich glaube, jetzt bin ich in der Mannschaft angekommen““, war der Ex-Ribnitzer zufrieden, der vor ein paar Wochen Tim Lehwald (zum HC Empor) gekommen war. Weitere Protagonisten des Erfolgs waren Sebastian Prothmann, der im zweiten Abschnitt einige wichtige Bälle hielt, Ben Meyer, der mit sechs Toren endlich wieder einmal sein Vermögen andeutete, und Yan Vizhbovskyy, der sich mit seiner Routine als Fels in der Brandung erwies. Und natürlich war da noch Sebastian Voigt, der den entscheidenden Siebenmeter versenkte. „„Ich habe schon ein bisschen nachgedacht und den Torhüter am Ende ausgeguckt““, schilderte der 26-Jährige seinen Wurf, der die Doberaner Glückseligkeit besiegelte.

Am kommenden Sonnabend tritt der DSV, der sich vorerst auf Platz neun verbessert hat, als Außenseiter beim Tabellendritten MTV Altlandsberg an. Am 28. April gastiert Schlusslicht SV Brandenburg-West in der Münsterstadt. Dazwischen, am 21. April, würde Spitzenreiter Füchse Berlin II gern das schon zweimal verlegte Heimspiel gegen den DSV austragen. Das Problem: An diesem Tag bekommen die Doberaner keine Mannschaft zusammen. Noch ist keine Entscheidung gefallen.


Statistik

Bad Doberaner SV: Malitz, Prothmann – S. Voigt 4/1, Rasch 4, Jahn 2, Stöwsand 1, Spitzner 1, Sachse 3, Paul, Meyer 6, Holst 2, Vizhbovskyy 7/3.
Ludwigsfelder HC: Vogt, Moldenhauer – Hädrich 3, Schwarz, Storm 3, Schleiden 4, Höhna 5, Knaack 1, Rosadzinski, Wiede 4, Gohl 9/1, Kraft.

Siebenmeter: DSV 4/4, LHC 1/1.

Strafminuten: DSV 6, LHC 10 inkl. Rot gegen Höhna (53.) nach der 3. Zeitstrafe, Disqualifikation: Schwarz (60.).