Leichter als erwartet: Doberan deklassiert SHV-Reserve

Durch einen 32:20-Heimsieg übernehmen die Münsterstädter die Führung in der Handball-MV-Liga / Viel Spannung bis zum Schluss garantiert

Trotz der Ausfälle von vier Stammspielern haben die Handballer des Bad Doberaner SV den Pflichtsieg gegen die Reserve des Stralsunder HV eingefahren. Vor rund 250 Zuschauern behaupteten sie sich am Sonnabend in der heimischen Stadthalle ungefährdet mit 32:20 (18:11) und haben mit 27:7 Punkten die Tabellenführung in der MV-Liga übernommen. Sie profitierten dabei von der überraschenden 20:22-Heimniederlage des SV Fortuna Neubrandenburg (jetzt 26:10 Zähler/Platz 3) gegen den Güstrower HV. Neuer Zweiter ist die TSG Wismar (26:8), Vierter der Ribnitzer HV (26:10).

DSV-Coach Matthias Schmidt hatte im Vorfeld der Partie gegen den SHV nichts dem Zufall überlassen und den Gegner vor einer Woche beobachtet. Deshalb war er auf einen engen Fight eingestellt, doch dafür war seine Sieben zu stark und die Reserve vom Strelasund zu schwach. Jedenfalls ließen die Münsterstädter von Anbeginn nichts anbrennen, wobei sie den SHV-Angriff mit einer 5:1-Deckung vor unlösbare Probleme stellte. Das war vor allem das Verdienst von Oliver Wende. Der 37-jährige Routinier überzeugte auf der vorgezogenen Abwehrposition mit einer bärenstarken Leistung.

Da die Hausherren auch sonst konzentriert aufspielten, war schnell nur noch die Höhe des Doberaner Sieges eine Frage. Über die Stationen 7:3 (15. Minute) und 15:8 (23.) enteilte das DSV-Team und führte erstmals nach 37 Minuten mit zehn Toren (22:12). Darüber wunderte sich nicht nur Michael Höwt. „Das war schon überraschend deutlich, wir waren eigentlich auf einen harten Kampf eingestellt“, sagte der DSV-Linksaußen nach den einseitigen 60 Minuten.

Wegen der Ausfälle von Jonathan Seidel, Tom Steinberg (beide verletzt), Tom Paul (privat verhindert) und Martin Koszinski (Arbeit) kam Hans Wachtel zu seinem Debüt im MV-Liga-Team der Münsterstädter. „Das soll aber die Ausnahme bleiben“, sagte der 32-jährige Linksaußen, der sonst in der DSV-Reserve auf Torjagd geht. Am Sonnabend blieb ihm ein Treffer verwehrt, wobei er einen großen Unterschied zur Verbandsliga konstatierte: „Das geht schon alles viel schneller, auch bei der individuellen Stärke ist die MV-Liga deutlich besser.“

Einer, der sogar schon Oberliga-Erfahrung gemacht hat, half am Sonnabend ebenfalls aus. Der einstige Rechtsaußen Christian Fandrich spielte in den Schlussminuten am Kreis und erzielte dabei zwei Treffer. Dennoch soll das eine einmalige Rückkehr ins DSV-Team gewesen sein. Zuvor hatte Daniel Finkenstein auf dieser Position einmal mehr überzeugt. Der 32-Jährige räumte nicht nur hinten ab, sondern glänzte auch als achtfacher Vollstrecker vom Kreis. Kein Wunder, dass er nicht unzufrieden war.

Weiter geht es für die Münsterstädter am kommenden Sonnabend mit der Partie beim Schlusslicht HC Vorpommern-Greifswald. Es folgt am 21. März das Heimspiel gegen den SV Warnemünde, bevor die Spitzenspiele in Ribnitz-Damgarte (28. März) und Wismar (4. April) zeigen werden, ob der DSV tatsächlich die MV-Liga 2019/20 gewinnen kann.

Bad Doberaner SV: F. Voigt, French – S. Voigt 4/3, Wachtel, Stöwsand, Höwt 5/1, Hasenpusch 4, Finkenstein 8, Wende, Fandrich 2, Wilhelm 2, Lehwald 2, Rasch 5.

Stralsunder HV II: Wehrmann, Michaelsen – Badendieck 6/4, Schütt 1, Gottschalk 1, Staindl, Zober 2, Uecker 2, Kuhn 1, Landmesser 1, Pomorin 6, Felkel, Sinnig.

Siebenmeter: DSV 6/4, SHV II 5/4.

Strafminuten: DSV 2, SHV II 4.

Burkhard Ehlers / OSTSEE-ZEITUNG