Die Doberaner Abwehr machte in Stavenhagen weitestgehend einen guten Job. Im Angriff dagegen haperte es.

Bad Doberaner Handballer klettern auf Rang zwei

Mit einem hart erkämpften 27:22-Auswärtserfolg in Stavenhagen wahrt der Doberaner SV seine Titelchancen in der MV-Liga.

Die Handballmänner des Bad Doberaner SV können weiter von der sofortigen Rückkehr in die Oberliga träumen. Dank eines 27:22 (12:10)-Auswärtserfolges beim abstiegsbedrohten Stavenhagener SV kletterten die Münsterstädter in der Mecklenburg-Vorpommern-Liga vorerst auf den zweiten Rang. Mit einem Spiel weniger bleibt die DSV-Sieben (25:7 Punkte) hinter Fortuna Neubrandenburg (26:8) in Lauerstellung. Die Viertorestädter gewannen am Wochenende ihrerseits das Topspiel gegen den Ribnitzer HV (4./24:10) mit 26:22 und sicherten damit ihre Spitzenposition.

Die Doberaner mussten sich ihren dritten Liga-Sieg in Folge mindestens ebenso hart erkämpfen. Das lag zum einem an einem niemals aufsteckenden Gastgeber, der sich bis zum 20:20 (51.) und auch darüber hinaus als hartnäckiger Kontrahent erwies. Vor allem aber waren den DSV-Handballern ihre vielen personellen Ausfälle anzumerken.

So standen Trainer Matthias Schmidt für die unangenehme Aufgabe beim Tabellenvorletzten zunächst lediglich zehn Feldspieler zur Verfügung. Nachdem Michael Höwt (Fieber), Tom Steinberg (Knieprobleme) und Martin Koszinski (dienstlich) schon im Vorfeld passen mussten, erwischte es Mitte der ersten Halbzeit dann auch Jonathan Seidel. Der 20-Jährige hatte schon in den Anfangsphase mehrfach Bekanntschaft mit der teils kompromisslosen SSV-Defensive gemacht. Wenig später prallte der flinke Allrounder bei einer eigenen Abwehraktion mit seinem Kopf unglücklich an das Knie seines Gegenspielers. Mit einer ordentlichen Portion Kopfbrummen war er fortan zum Zuschauen verurteilt.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Doberaner nach einer frühen Schwächephase – eine 2:0-Führung (3.) hatte sich binnen weniger Minuten in einen 2:5-Rückstand gewandelt – gerade etwas stabilisiert. Ihr gute Defensivleistung wussten die Gäste jedoch im Vorwärtsgang nicht in etwas Zählbares umzumünzen und taten sich daher über nahezu die komplette Spielzeit enorm schwer. So war die Doberaner Pausenführung vornehmlich Keeper Louis Massaro zu verdanken, der unter anderem vier Siebenmeter der Hausherren vereitelte.

„Es war klar, dass es hier heute nicht einfach wird. Stavenhagen ist nicht so schlecht, wie es der Tabellenplatz aussagt. Sie haben zuvor schon andere Spitzenteams in eigener Halle richtig gefordert,“ merkte Matthias Schmidt an. Entsprechend froh war er über den Ausgang des Spiels: „Dieser Sieg war zwar dreckig, aber vor allem einfach nur wichtig.“ Als entscheidenden Faktor für den doppelten Punktgewinn hatte der DSV-Coach die größere Routine innerhalb seiner Mannschaft ausgemacht. „In der zweiten Halbzeit sind wir auch trotz des mehrfachen Ausgleichs von Stavenhagen nicht nervös geworden. Das galt auch für die jüngeren Spieler“, freute sich Schmidt.

Christian Hasenpusch, der für den Verletzten Jonathan Seidel in die Partie gekommen war, erzielte vier seiner insgesamt sechs Treffer in der Schlussviertelstunde. Auf die 20:18-Führung der Doberaner hatte Stavenhagen zwar nochmals eine Antwort, doch schlussendlich setzte sich der Favorit verdient durch. „Wir konnten eine gleichbleibende Qualität auf die Platte bringen. Das ist in solchen engen Spielen ein echtes Pfund“, stellte Rechtsaußen Tim Lehwald treffend fest. Der 34-Jährige trug genauso wie Hasenpusch und die im Laufe der Partie ebenfalls eingewechselten Alexander Stöwsand und Robert French seinen Teil zum zwölften Saisonerfolg bei. „Es war letztlich eine geschlossene Mannschaftsleistung“, bilanzierte Matthias Schmidt zufrieden.

Im engen Titelrennen genießen die Doberaner Handballer am kommenden Sonnabend (19 Uhr, Stadthalle) nun zunächst einmal wieder Heimrecht. Gegen die Oberliga-Reserve des Stralsunder HV wollen die Münsterstädter ihre gute Ausgangsposition mit einem Erfolg weiter festigen.

Doberaner SV: Massaro, French – Voigt 7/3, Stöwsand, Seidel, Hasenpusch 6, Paul 3, Finkenstein 4, Wende 2/1, Wilhelm 2, Lehwald 2, Rasch 1.

Stavenhagener SV: Pötzsch, Hohenegger – Gahntz, Ziefle, Stüwe 4/1, Gramß, Zarmstorf 4. Leukroth, Blumenthal 5, Enkelmann, Loboschinski 2, Heuer 3, Femerling 4.

Siebenmeter: Stavenhagen 6/1, Doberan 7/4.

Strafminuten: Stavenhagen 10, Doberan 6.