Jubelstimmung nach dem 27:23-Erfolg gegen Spitzenreiter Neubrandenburg.

Doberaner SV meldet sich im Spitzenkampf zurück

MV-Liga-Handballer bezwingen Tabellenführer Fortuna Neubrandenburg nach starker Leistung / Tom Steinberg wirft zehn Tore / Comeback von Matthias Jahn

Die Handballer des Bad Doberaner SV sind wieder mittendrin im Titelkampf der MV-Liga. Sie besiegten am Sonnabend in der heimischen Stadthalle Tabellenführer Fortuna Neubrandenburg mit 27:23 (11:12) und konnten sich darüber hinaus über die 26:30-Niederlage der TSG Wismar beim Favoritenschreck Einheit Demmin freuen. Mit 21:7 Punkten rangiert der DSV jetzt hinter Fortuna und dem Ribnit­zer HV (je 20:6) und vor der TSG (20:8) auf dem dritten Rang.

Vor über 300 Zuschauern und sieben Trommlern, die für unglaubliche Stimmung sorgten, brachten die Münsterstädter eine bemerkenswerte Energieleistung aufs Feld. „Die Mannschaft hat im Vergleich zur Vorwoche (23:24-Niederlage gegen Demmin/d.Red.) ein völlig anderes Gesicht gezeigt“, freute sich Trainer Matthias Schmidt. Er war nicht nur „glücklich über den Sieg“, sondern auch über die Art und Weise, wie sein Team dem Liga-Primus Paroli bot. „Die Truppe hat zu 100 Prozent funktioniert“, so der Coach.

Dabei bewiesen die Hausherren jede Menge Moral, wollten die Schlappe vom Vorwochenende unbedingt wettmachen. Sie ließen sich auch durch Rückstände (1:4/11. Minute und 12:15/35.) nicht beirren und bekamen jeweils die Kurve. Von Torhüter Louis Massaro, der aufgrund seiner Trainingsleistungen den Vorzug vor Florian Voigt erhielt, bis zum Rechtsaußen Tim Lehwald zeigten sich die Hausherren bis in die Haarspitzen motiviert. So wurde aus dem 12:15 innerhalb von 14 Minuten ein 23:17, wobei der zehnfache Torschütze Tom Steinberg mit seinem Zug zum Tor beeindruckte.

Eine wichtige Rolle spielte aber ein Mann, den niemand auf dem Zettel hatte: Matthias Jahn. Angesichts der Verletzungsprobleme (Hasenpusch, Wende) sprang er neun Monate nach seinem Rücktritt ein und agierte, als sei er nie weg gewesen. Nach dem Seitenwechsel eingesetzt, gab der 33-Jährige der Abwehr zusätzlichen Halt, brachte mehr Ruhe in die DSV-Aktionen. Dabei hatte er unter der Woche nur ein einziges Mal mit der Mannschaft trainiert. „Das war heute eine einmalige Sache“, betonte der Kreisläufer. Aber: „Wenn noch mal Not am Mann ist…“.

Fakt ist: Gemeinsam mit Daniel Finkenstein errichtete Jahn ein Bollwerk in der Abwehrmitte. Nur zwei Tore der Gäste zwischen der 35. und 49. Minute sprechen eine deutliche Sprache. Danach ließen sich die Einheimischen die Butter nicht mehr vom Brot nehmen – spätestens beim 26:20 (56.) war die Partie entschieden. Da musste Sebastian Voigt bereits zuschauen, nachdem er Fortuna-Keeper Mateusz Fornal bei einem Siebenmeter im Gesicht getroffen hatte. „Es war keine Absicht, aber die Rote Karte war berechtigt“, zeigte der „Sünder“ Reue.

Die Doberaner haben jetzt eine Woche spielfrei, bevor am 1. Februar das dritte Heimspiel in Folge steigt (19 Uhr, Stadthalle). Zu Gast ist dann der Güstrower HV. Die Barlachstädter (Platz 6/15:13 Punkte) setzten sich am Wochenende bei der Reserve der Mecklenburger Stiere Schwerin mit 25:23 durch. Vor ihrem Auftritt in Bad Doberan empfangen sie am kommenden Sonnabend noch den SV Einheit Demmin.

Bad Doberaner SV: Massaro, French – S. Voigt 4/3, Jahn, Seidel 4, Paul, Finkenstein 1, Wende, Steinberg 10, Wilhelm 4, Lehwald 3, Rasch 1. 

Fortuna Neubrandenburg: Prodoehl, Fornal – Langschwager 3/2, O. Hau­schildt 7, Schröder 1, Rogalski, Kühle 2, Gryszka 2, Saß 3, Rademacher, M. Hau­schildt 1, Bornkessel 4/3. 

Siebenmeter: DSV 5/5, Fortuna 5/5. 

Strafminuten: DSV 10 plus Rot gegen S. Voigt (51.), Fortuna 10.