Auch der letzte Anlauf für den Ausgleichstreffer gegen Demmin - Doberans Sebastian Voigt versuchte sich nach dem Abpfiff mit einem direkten Freiwurf - fand am Sonnabend nicht seinen Weg ins Ziel.

DSV-Handballer verpatzen Jahresauftakt

Doberaner SV verliert Heimspiel gegen Demmin mit 23:24 und fällt in der Tabelle auf Rang vier zurück.

Die Männer des Bad Doberaner SV haben den Start in das neue Handballjahr ordentlich vergeigt. In der heimischen Stadthalle hatte der DSV am Sonnabend nach sechzig überaus verkrampften Minuten gegen Einheit Demmin mit 23:24 (12:11) überraschend das Nachsehen. In der Tabelle der MV-Liga rutschten die Doberaner nach der dritten Saisonpleite auf Platz vier ab.

Wenn die Münsterstädter (19:7 Punkte) im Kampf um die Meisterschaft noch ein Wörtchen mitreden wollen, ist ein Sieg am kommenden Sonnabend (19 Uhr, Stadthalle) im neuerlichen Heimspiel gegen Spitzenreiter Fortuna Neubrandenburg (22:4) nun schon fast Pflicht.

Allerdings: Mit der Leistung vom zurückliegenden Wochenende dürfte es für das Team von Trainer Matthias Schmidt schwer werden, im Laufe der restlichen Serie überhaupt noch einmal zu punkten. Vor der Minuskulisse von lediglich 116 Zuschauern – das EM-Spiel der Nationalmannschaft gegen Spanien fand nahezu zeitgleich statt – zeigten die Hausherren ihre bis dato schlechteste Saisonleistung und offenbarten vor allem in der Offensive große Mängel.

„Wir waren heute einfach nicht richtig da“, hatte Doberans Coach Matthias Schmidt bei seinen Akteuren eine mentale Blockade ausgemacht, die sich im gesamten Spielverlauf nicht lösen ließ. Dabei gab es durchaus Momente, die Anlass dazu gegeben hätten: So zum Beispiel zum Ende der ersten Halbzeit, als Tom Paul die Gastgeber nach mehreren Drei-Tore-Rückstanden (2:5, 4:7, 6:9) mit seinem Treffer zum 12:11 zum ersten Mal in Führung geworfen hatte. Oder aber als die DSV-Sieben Mitte des zweiten Abschnitts ein 15:17 (43.) binnen weniger Minuten in ein 20:18 (47.) verwandelte.

Doch die Demminer, die mit lediglich acht Feldspielern und ohne Trainer angereist waren, blieben trotz dieser Rückschläge die im Vorfeld erwartete harte Nuss, an der sich die Doberaner Handballer schlussendlich die Zähne ausbissen. 

„Es lief für uns besser als erwartet“, bilanzierte Einheits Torwart-Routinier Rinaldo Lestmann (45) und freute sich, dass die eigene Taktik trotz der Personalsorgen aufging. „Wir wollten so wenig Ballverluste wie möglich produzieren, um die Doberaner mit ihren schnellen Außen nicht ins Kontern kommen zu lassen. Das ist uns über sechzig Minuten ganz gut gelungen.“

Ihre eigenen Angriffe spielten die Gäste dabei mit viel Geduld aus und machten sich in entscheidenen Momenten auch die Passivität der DSV-Deckung für leichte Torerfolge zu Nutze. Aus einer solchen Situation resultierte auch der Demminer Siegtreffer, als Jakub Gackowski – einer von fünf Polen im Einheit-Team – knapp zwei Minuten vor dem Ende frei vor dem Doberaner Tor auftauchte und vollstreckte. 

Den biederen Gastgeben bot sich im Anschluss sogar noch drei Mal (!) die Gelegenheit, zumindest einen Zähler zu retten. Die letzte davon hatte Sebastian Voigt, dessen direkter Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit aber knapp übers Demminer Gehäuse strich.

„Wir haben heute einfach kein Tempo aufnehmen können“, bemängelte Doberans Rückraumspieler Christian Hasenpusch, während Keeper Robert French noch deutlichere Worte fand: „Wir haben unser Angriffspiel dem der Gäste angepasst und diese somit vor keine große Aufgaben gestellt. Zudem haben wir unsere wenigen guten Aktionen vorne wie hinten, die sich zwischenzeitlich auch im Ergebnis niederschlugen, zu schnell und größtenteils fahrlässig wieder aus der Hand gegeben. Das zerrt natürlich an den eigenen Nerven. Bei den Zuschauern kann man sich heute eigentlich nur entschuldigen.“

Gegen Neubrandenburg bietet sich dem Doberaner Team die schnelle Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Die Mannschaft muss dann jedoch ein anderes Gesicht zeigen – sonst droht dem Oberliga-Absteiger das Mittelmaß in der MV-Liga.

Doberaner SV: French, F. Voigt – S. Voigt 5/3, Stöwsand 2, Seidel, Hasenpusch 4, Paul 4, Finkenstein 1, Wende 2, Steinberg 2, Wilhelm 1, Koszinski, Lehwald 1, Rasch 2.

Einheit Demmin: Lestmann, Doege – Gackowski 5, Porebski 1, Teske, Pieper 7/2, Siadak 1, Lipertowicz 4, Rütz 1, Romanowski 5/1.

Strafminuten: Doberan 10 (inkl. Rote Karte gegen Wende/47.), Demmin 14.

Siebenmeter: Doberan 4/3, Demmin 6/3.