Sebastian Voigt feierte beim Auswärtssieg in Grimmen sein Comeback nach vierwöchiger Verletzungspause.

Doberaner SV gewinnt souverän in Grimmen

Die Handballer des Bad Doberaner Sportvereins haben nach einer turbulenten Woche eine beeindruckende Reaktion gezeigt. Im ersten Spiel nach der Trennung von Andreas Köster gewannen die Münsterstädter die im Vorfeld als schwierig eingestufte Partie beim HSV Grimmen souverän mit 33:18 (15:12) und tummeln sich weiter in der Spitzengruppe der Mecklenburg-Vorpommern-Liga.

„Das war in etwa das, was ich mir vorstelle“, freute sich Interimstrainer Matthias Schmidt über den fünften Auswärtserfolg in der laufenden Saison. Gemeinsam mit Abteilungsleiter Torsten Römer war der xx-Jährige allerdings schon nach knapp 200 Sekunden zunächst zu einer Auszeit gezwungen. „Am Anfang hat es noch etwas gehakt. Aber niemand ist unruhig geworden, wir haben die Dinge klar angesprochen und die Mannschaft hat es ab diesem Moment auf dem Feld sehr gut umgesetzt“, sagte Schmidt, der auf einen 0:3-Rückstand des DSV reagiert hatte. 

Dabei war erwies sich die Umstellung auf eine offensivere 5:1-Deckung als ein wichtiger Doberaner Schlüssel zur Wende.  Dabei zeigten Michael Höwt und später auch Tom Paul auf der vorgezogenen Position einen starken Part. Die von zahlreichen Ausfällen geplagten Gastgeber wurden damit im Rest der Partie vor eine deutlich schwerere Aufgabe gestellt. Nach dem 4:4-Ausgleich (7.) der DSV-Sieben blieb der zu keinem Zeitpunkt aufsteckende HSV dennoch bis zum 10:10 (23.) auf Augenhöhe. Bis dahin hatten sich die Doberaner, die auf ihren bislang besten Torschützen Christian Hasenpusch verzichten mussten, im Angriff den einen oder anderen Lapsus erlaubt und wurden in der Regel umgehend bestraft.

Die Vorentscheidung in einer zunehmend einseitigeren Partie fiel dann in der Phase kurz vor bzw. nach der Halbzeit. Die Doberaner waren im Vorwärtsgang nun effizient und gestatteten den HSV-Angreifern zugleich kaum noch ein Durchkommen. Die 15:12-Führung zur Pause bauten die Gäste in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit auf 22:14 (42.) aus. Erfreulich: Gerade Youngster Eric Wilhelm (18) spielte sich hierbei mit drei Treffern und vielen weiteren guten Offensivaktionen in den Mittelpunkt.

Grimmens Trainer Alexander Einweg hatte zu diesem Zeitpunkt wohl eingesehen, dass die Erfolgschancen auf den Nullpunkt gesunken waren. Er wechselte munter durch, wobei sich der HSV dadurch kaum noch klare Chancen erspielen konnte. Über die Stationen 25:15 (48.) und 29:17 (56.) stand nach sechzig Minuten der bis dato höchste Saisonerfolg der Doberaner zu Buche.

„Wir hatten in diesem Spiel nicht mehr Druck als vorher“, versuchte Alexander Stöwsand das unruhige Geschehen im Vorfeld der Begegnung einzuordnen. Bitter: Der Routinier, der in Grimmen ebenso wie Spielmacher Sebastian Voigt sein Comeback nach einer Wadenverletzung feierte, knickte in der Schlussphase unglücklich um und droht für den Rückrundenauftakt am kommenden Sonnabend bei der Reserve der Mecklenburger Stiere Schwerin erneut auszufallen. Das gleiche Schicksal könnte Oliver Wende ereilen, der bereits in der Anfangsphase mit einer Adduktorenzerrung passen musste und den klaren Doberaner Auswärtserfolg von der Bank aus verfolgte.

HSV Grimmen: Tober, Schäfer – Schulz, Bornemann, Pollex, Hildebrandt 2, Bernhardt, B. Köhler 4, Salbrecht 1, Machel 2, Kopilow 1, Kladek-Markau 4/2, Raesch 2/1, C. Köhler 2.

Doberaner SV: French, F. Voigt – S. Voigt 5, Stöwsand, Höwt 7/3, Seidel, Paul 3/2, Finkenstein 4, Steinberg 5, Wilhelm 3, Wende, Lehwald 2, Rasch 4, Koszinski.

Strafminuten: Grimmen 2, Doberan 4.

Siebenmeter: Grimmen 4/3, Doberan 5/5.