„Müssen positive Einstellung zeigen“

Trainer Andreas Köster vom Bad Doberaner SV freut sich auf das Topduell in der Handball-MV-Liga gegen den Ribnitzer HV / Er fordert vollen Einsatz für einen erfolgreichen Heimspiel-Abschluss 2019

Vor dem prestigeträchtigen Handball-Topspiel in der Mecklenburg-Vorpommern-Liga hat die OSTSEE-ZEITUNG mit den Trainern Stephan Voss (31, Ribnitzer HV) und Andreas Köster (52, Bad  Doberaner  SV) über die Bedeutung der Partie, die Chancen beider Seiten und die Perspek­tive der Klubs gesprochen. Beide erwarten ein enges Spiel vor toller Kulisse.

Kein Wunder: Zu der Begegnung der Tabellennachbarn werden am Sonnabend (19  Uhr, Stadthalle Bad  Doberan) rund 300  Fans erwartet. Der Sieger wird die Tabelle nach dem zehnten Spieltag in der höchsten Landesspielklasse anführen.

Welche Bedeutung hat das Topspiel

Stephan Voss: Es wird sowohl eines der schwierigsten, als auch eines der leichtesten Auswärtsspiele. Schwierig, weil wir gegen ein starken Gegner antreten werden. Leicht, weil wir absolut keinen Druck haben, befreit und mit breiter Brust auftreten können. Das Spiel wird die Saison nicht entscheiden, dafür ist die Liga zu ausgeglichen.

Andreas Köster: Im letzten Heimspiel in diesem Kalenderjahr wollen wir unseren Fans bei voller Kulisse ein tolles Spiel liefern. Es wird quasi ein Vier-Punkte-Spiel.

Gibt es einen Favoriten?

Stephan Voss: Als Oberliga-Absteiger ist der Bad  Doberaner SV für mich zwangsläufig der Favorit. Und besonders zuhause stehen die Doberaner unter Zugzwang.

Andreas Köster: Nein. Beide Mannschaften besitzen starke individuelle Qualität und stehen zu recht ganz oben in der Tabelle.

Wie gehen Sie die Partie an?

Stephan Voss: In den vergangenen Wochen haben wir viel Selbst­vertrauen getankt und werden alles in die Waagschale werfen, um am Ende etwas Zählbares mitzunehmen. Die Doberaner Vergangenheit einiger unserer Spieler sorgt natürlich für zusätzliche Motivation in der gesamten Mannschaft.

Andreas Köster: Wir wissen, dass es schwierig wird, natürlich wollen wir auf Sieg spielen und uns – wie schon zu Beginn geäußert – auf alle Fälle mit einer guten Leistung von den Heimfans verabschieden.

Können Sie personell aus dem Vollen schöpfen?

Stephan Voss: Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz des angeschlagenen Yan Vizhbovskyy. Sonst werden alle Mann dabei sein.

Andreas Köster: Bei uns werden Spielmacher Sebastian Voigt und Martin Koszinski noch verletzt fehlen. Dagegen wird Alexander Stöwsand nach zwei Monaten Pause wieder im Kader sein.

Wenn Sie es sich aussuchen könnten: Welchen Spieler des Gegners hätten Sie gern in Ihrem Kader?

Stephan Voss: Natürlich würde uns ein weiterer Linkshänder helfen. Allerdings hat die Saison gezeigt, dass wir das Fehlen eines Linksschützen im rechten Rückraum auffangen können. Ich bin mit dem aktuellen Kader sehr zufrieden.

Andreas Köster: Es sind alles gute Jungs im Ribnitzer Team. Allerdings bin ich mit meinem Team in der Besetzung zufrieden.

Welche Bedeutung wird die Kulisse in der Stadthalle haben?

Stephan Voss: Es wird voll und wir freuen uns auf die Stimmung in der Halle. Die Doberaner Zuschauer sind als fachkundiges und faires Publikum bekannt. Ich hoffe, dass unsere Jungs angestachelt durch die tolle Kulisse noch einmal die letzten Prozente aus sich herausholen werden.

Andreas Köster: Unsere Fans sind fantastisch, gerade die Trommler sind immer sehr lautstark und präsent. Das Bad  Doberaner Publikum ist sehr fachmännisch und kritisch eingestellt. Das bedeutet für unsere Mannschaft, dass wir immer eine positive Einstellung zum Spiel zeigen müssen.

Wie bewerten Sie die Chancen Ihrer Mannschaft im Titelkampf?

Stephan Voss: Wir sind erst einmal oben dabei. Die anstehenden Spiele im Dezember werden zeigen, ob wir die guten Ergebnisse bestätigen und uns oben in der Tabelle festsetzen können.

Andreas Köster: Chancen sind nach wie vor da, jedoch steht momentan die Entwicklung unser jungen Spieler im Vordergrund. Wenn es am Ende reichen sollte, nehmen wir das gerne an. Wir wollen in Bad  Doberan nachhaltig etwas schaffen und modernen Handball spielen. Dafür braucht es Zeit.

Ist der Oberliga-Aufstieg Ihr Ziel?

Stephan Voss: Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wie schwierig das ist, haben wir gleich am ersten Spieltag gesehen. Unsere Mannschaft hat auf jeden Fall das Potenzial, oben mitzuspielen.

Andreas Köster: Unser Ziel ist es, eine starke Mannschaft aufzubauen, um sportlichen Erfolg zu haben. Eine Medaille wäre schon ein riesen Erfolg für unsere neu for­mierte Mannschaft. Wenn wir am Ende ganz oben stehen sollten, wäre es ein tolles Erlebnis. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg.

Tommy Bastian (Ostsee-Zeitung)