DSV-Sieben feiert Pflichtsieg gegen Schlusslicht

Beim 31:19 gegen den HC Vorpommern-Greifswald überzeugen die Doberaner Handballer allerdings nur 30 Minuten.

Die Handballer des Bad Doberaner SV haben in der MV-Liga den erwarteten Pflichtsieg gegen den HC Vorpommern-Greifswald gefeiert. Vor rund 300 Zuschauern setzten sie sich am Sonnabend in der heimischen Stadthalle ungefährdet mit 31:19 (18:7) gegen das Schlusslicht durch. Die Schützlinge von Trainer Andreas Köster versäumten es allerdings, in einer schwachen zweiten Halbzeit noch mehr für ihr Torverhältnis zu tun. „Über diesen Leistungsabfall wird noch zu reden sein“, kündigte Köster nach dem Abpfiff an.

„Schade, dass wir nach der Pause nicht an die erste Halbzeit anknüpfen konnten“, befand DSV-Akteur Tom Steinberg. Der noch 18-Jährige sprach damit aus, was auch die Fans auf den Rängen empfanden. Die sahen eine erste Hälfte, in der die Hausherren den Gegner nach einem 0:2-Rückstand förmlich an die Wand spielten. Begünstigt durch zahlreiche Offensivfehler der Gäste liefen die Doberaner einen Konter nach dem anderen, wobei vor allem der wieselflinke Rechtsaußen Christoph Rasch (7 Tore) ein dankbarer Abnehmer war.

Den Grundstein für den Sturmlauf bis zur Pause legte die DSV-Sieben in der Abwehr mit den erneut starken Daniel Finkenstein und Oliver Wende im Mittelblock. Da sich überdies in den ersten 45 Minuten bereits acht der neun Doberaner Feldspieler am Torewerfen beteiligt hatten, stand in der Halbzeit auf den Rängen lediglich die Höhe des Gäste-Debakels zur Debatte. Doch nach 60 Minuten musste Co-Trainer Matthias Schmidt konstatieren: „Wir haben nach dem Wechsel leider nicht konsequent weitergemacht“.

Die Folge: Die zweite Halbzeit ging lediglich mit 13:12 an die Einheimischen, was gegen einen sportlich limitierten Gegner wie das Team aus Vorpommern nicht passieren sollte. Die ehrlichste Erklärung für den Leistungsabfall hatte Daniel Finkenstein: „Wir wollten nach der klaren Führung weitermachen, aber unterbewusst fehlten dann doch ein paar Prozent“, analysierte der Abwehrchef und gestand: „Unsere junge Mannschaft muss es lernen, über 60 Minuten 100 Prozent zu geben. So weit sind wir noch nicht.“

Auch wenn die Gastgeber in den zweiten 30 Minuten weit unter den Erwartungen blieben, gab es insgesamt auch positive Akzente. So überzeugte der 20-jährige Jonathan Seidel in seinem erst dritten Spiel für die Münsterstädter als Mittelmann im Rückraum. Auch die Tatsache, dass die Einheimischen den Ausfall der Routiniers Alexander Stöwsand, Sebastian Voigt, Martin Koszinski (alle angeschlagen) und Tim Lehwald (privat verhindert) verkrafteten, spricht für die Mannschaft. Und letztlich zählte eben doch nur der Sieg.

Durch den fahren die Doberaner am Sonnabend (19.30 Uhr, Sporthalle Gerüstbauerring) als Tabellenführer zum Nachbarschaftsduell beim SV Warnemünde (Platz 5/12:4 Punkte). Für Matthias Schmidt wird es die Rückkehr an seine einstige Wirkungsstätte. „Ich habe Riesenrespekt vor dem SVW und freue mich auf die Partie“, blickte der Co-Trainer des DSV voraus.

Bad Doberaner SV: F. Voigt, French – Höwt 5, Seidel 3, Hasenpusch 4, Paul 1, Finkenstein 5, Wende 2, Steinberg 1, Wilhelm 3, Rasch 7.

HC Vorpommern-Greifswald: Suhrke, Dehne – Wessel 3, Osnowski, Mahlitz 9/1, Dachner, Strasburger 1, Hauptmann, Willing 3, C. Schulz 3, Formella.

Siebenmeter: DSV 0, HCVG 2/1.

Strafminuten: DSV 4, HCVG 2.

Burkhard Ehlers (OSTSEE-ZEITUNG)