Michael Höwt verwandelte in Stralsund in letzter Sekunden einen Siebenmeter zum 22:21-Siegtreffer.

22:21 in Stralsund: Höwt rettet Doberaner Handballer

Das war knapp: Erst mit der letzten Aktion der Partie haben die Handballer des Bad Doberaner SV das Auswärtsspiel beim Stralsunder HV II für sich entscheiden können. Als die Referees die letzen drei Sekunden von der Uhr herunterlaufen ließen und das Spiel zum letzten Mal freigaben, sorgte Michael Höwt mit einem verwandelten Siebenmeter für den letztlich glücklichen 22:21 (12:8)-Erfolg der Doberaner.

„So einen dreckigen Sieg nehmen wir heute einfach mal gerne mit“, freute sich DSV-Coach Andreas Köster über den fünften Erfolg am Stück, der die Doberaner nach den Siegen der direkten Konkurrenz am Vortag vorläufig wieder an die Tabellenspitze der Mecklenburg-Vorpommern-Liga spülte.

Schon im Vorfeld der Begegnung bei der Stralsunder Oberliga-Reserve hatte Köster gewarnt und von „einem der schwierigsten Auswärtsspiele“ gesprochen. Knapp 37 Minuten lang hatten die Gäste die Begegnung am späten Sonntagnachmittag in der rutschigen Diesterweghalle dennoch weitestgehend im Griff. Den 3:4-Rückstand zu Beginn drehten die Münsterstädter binnen zehn Minuten in eine zunächst komfortable 9:4-Führung (19.). Und auch nach dem Seitenwechsel lagen die Doberaner trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Spielmacher Sebastian Voigt mit 15:10 aussichtsreich im Rennen. 

Doch plötzlich begann das große Zittern. Mit einem 0:7-Lauf bis zur 45. Minute glitt den Doberanern die mit einem Haftmittelverbot bedachte Partie im wahrsten Sinne des Wortes aus den Händen. „Wir haben uns aber wieder zurückgekämpft und so etwas ist für die Entwicklung einer Mannschaft auch eine wichtige Erfahrung“, hob Andreas Köster hervor.

Mit einem 18:18-Remis ging es in die hektische Schlussphase, in der sich beide Teams in einem zähen Kampf mehrere Ballverluste leisteten und zum Teil klare Chancen ausließen. Der letzte Stralsunder Wurf fand fünfzehn Sekunden vor dem Ende dann einen kuriosen Weg ins DSV-Tor und die rund 100 Zuschauer jubelten bereits über das vermeintliche Unentschieden gegen den Oberliga-Absteiger. 

Doberans Michael Höwt fasste sich nach dem schnellen Anwurf aber ein Herz, wurde bei seinem finalen Wurfversuch von der linken Außenbahn von den Hausherren jedoch unsanft gestoppt. Den fälligen Strafwurf brachte der 29-Jährige – wie schon seine ersten beiden Versuche – schließlich sicher im Tor der Hausherren unter und fand sich danach inmitten der Doberaner Jubeltraube wieder.

Am Sonnabend geht es für die DSV-Sieben vor heimischer Kulisse weiter. Dann gastiert der Tabellenvorletzte HC Vorpommern-Greifswald, der am Wochenende seinen ersten Saisonsieg einfahren konnte, in Bad Doberan. Die Favoritenrolle liegt in diesem Spiel klar bei den Münsterstädtern.

DSV: F. Voigt, French – S. Voigt, Höwt 6/3, Seidel 1, Hasenpusch 4, Paul, Finkenstein 1, Wende, Steinberg 2, Wilhelm, Lehwald 4, Rasch 4.

Stralsund II: Wehrmann, Michaelsen – Badendieck 2, Haack, Schütt, Gottschalk, Staindl, Zober 6, Uecker 2, Werner 4, Kuhn 2, Meyer 3, Felkel 2, Sinnig.

Stralsund II: Stralsund 2, Doberan 8.

Siebenmeter: Stralsund 1/1, Doberan 3/3.