Neuzugang Jonathan Seidel war mit seinem ersten Torwurf im Doberaner Dress gleich erfolgreich.

Pflichtsieg ohne jeden Glanz

Doberaner Handballer gewinnen Heimspiel gegen Stavenhagen mit 32:21 / Neuzugang Jonathan Seidel feiert gelungenen Einstand.

Mit dem fünften Sieg im sechsten Spiel haben die Handballer des Bad Doberaner SV vorerst die Tabellenführung in der MV-Liga übernommen. Allerdings: Beim ungefährdeten 32:21 (20:15)-Heimerfolg gegen den Stavenhagener SV agierten die Münsterstädter nicht gerade wie eine Spitzenmannschaft.

Vor rund 200 Zuschauern in der Stadthalle erwies sich der Tabellenvorletzte als zäher und unangenehmer Kontrahent, obgleich sich die Doberaner das Leben vornehmlich selber schwer machten. „Wenn man den Halbzeitstand sieht, konnten bis dahin eigentlich nur die Zuschauer zufrieden sein“, konstatierte DSV-Coach Andreas Köster. Die Gäste versteckten sich keineswegs und gingen das Tempo von Beginn an mit. Als sich die Doberaner nach zwölf Minuten eine 10:5-Führung erarbeitet hatten, schienen sie ihrer Favoritenrolle dennoch gerecht zu werden.

Allerdings agierte die zuletzt sattelfeste Defensive weiterhin fahrlässig. „Wir waren viel zu offensiv, dadurch entstanden große Lücken“, meinte Daniel Finkenstein. Und so hatte auch Florian Voigt an seinem 21. Geburtstag nur wenig Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. „Wir waren einfach zu unaufmerksam“, sagte der Keeper kritisch und sein Trainer fügte ergänzend hinzu: „Beide Abwehrreihen hatten Probleme, überhaupt Zugriff zu bekommen.“ 35 Tore in der ersten Halbzeit sind ein Beleg dafür, wobei die Doberaner die Gäste kurz vor dem Pausenpfiff noch vom 19:11 (27.) bis auf 20:15 heranrücken ließen.

Die zweiten dreißig Minuten boten schließlich ein Kontrastprogramm. Die Hausherren legten den SSV-Angriff fortan weitestgehend lahm, schluderten aber nun mit den eigenen Torchancen. Hatte Stavenhagens Torwart-Routinier André Pötzsch in der ersten Halbzeit noch eher eine Statistenrolle inne, wurde der 42-Jährige urplötzlich zum Faktor. „Insgesamt 18 Fehlwürfe, darunter zum Teil klare Gelegenheiten, sind in so einem Spiel einfach zu viel“, kritisierte Andreas Köster.

Erst nach dem 26:20 (48.) konnten sich die Doberaner noch etwas standesgemäß absetzen, ohne jedoch große Euphorie zu entfachen. Zumindest einem aber bleibt die Partie sicher in guter Erinnerung: Jonathan Seidel feierte in der Schlussphase sein Debüt im DSV-Dress. Als Hallensprecher Torsten Römer dem Publikum den 20-jährigen Neuzugang gerade erst namentlich vorgestellt hatte, traf der Maschinenbaustudent auch schon zum 30:20 (55.) und bereitete wenig später noch einen Treffer vor. „Das war für das erste Mal okay“, blieb der Rückraumspieler, der von Lok Rangsdorf (Brandenburg) kam und seit zwei Wochen mit der Mannschaft trainiert, bescheiden.

Die Position des Spitzenreiters, bei der die DSV-Handballer (10:2 Punkte) von der Verlegung des Duells der bis dahin führenden Teams aus Neubrandenburg (9:1) und Ribnitz (8:2) profitierten, bekleiden die Doberaner nun für mindestens zwei Wochen. Am kommenden Sonntag rückt zunächst der Pokalwettbewerb mit der Achtelfinale-Begegnung beim Verbandsligisten Plauer SV in den Mittelpunkt.

Doberaner SV: F. Voigt, French – S. Voigt 5, Höwt 3, Seidel 1, Hasenpusch 7, Paul 1, Finkenstein 3, Wende 1, Steinberg 4, Wilhelm, Lehwald 3, Rasch 4.

Stavenhagen: Pötzsch, Hinteregger – Painke 2, Stüwe 1, Gramß, Zarmstorf 1, Leukroth, Blumenthal, Hillmann, Enkelmann, Buchelt, Loboschinski 3, Heurer 6/2, Femerling 5.

Strafminuten: Doberan 4, Stavenhagen 8.

Siebenmeter: Doberan 3/0, Stavenhagen 4/2.