Bärenstarke DSV-Abwehr legt Grundstein zum Erfolg

Zum Abschluss gab’s noch ein Bonbon für die mehr als 300 begeisterten Fans in der Stadthalle: Eric Wilhelm passte von rechts in die Mitte, Michael Höwt vollendete per Kempa-Trick zum 25:19 (14:9)-Endstand für die Gastgeber. Die MV-Liga-Handballer des Bad Doberaner SV zeigten sich am Sonnabend gegen die TSG Wismar gut erholt von der 23:27-Niederlage in Neubrandenburg. Gegen den Vizemeister der Vorsaison feierten sie einen ungefährdeten Heimsieg.

Die Hausherren gestatteten den Gästen nicht eine einzige Führung, mussten aber bis kurz vor der Pause warten, ehe sie sich absetzen konnten. Erst da enteilten sie vom 10:9 (22.) auf 14:9 – die Vorentscheidung. Grundlage der Doberaner Dominanz im weiteren Verlauf war eine bärenstarke Leistung der Abwehr, in der die Routiniers Daniel Finkenstein und Oliver Wende einen Mittelblock aus Beton anrührten. „Das hat richtig Spaß gemacht“, freute sich Wende, der am gestrigen Sonntag seinen 37. Geburtstag feierte. Auch Matthias Schmidt war mit dem Auftritt der DSV-Sieben zufrieden. „Über die Abwehr und mit einem souveränen ,Olli‘ Schröder im Tor haben wir der TSG den Nerv gezogen“, befand der Co-Trainer, der allerdings auch „die nachlassende Konzentration“ in der Schlussphase bemängelte. Da vergaben die Einheimischen einen durchaus möglichen höheren Sieg, denn zwischenzeitlich hatten sie ihren Vorsprung bereits auf zehn Tore ausgebaut (23:13/46.).

Die leichte Flaute gegen Ende trübte den guten Gesamteindruck aber nur unwesentlich, zumal die Doberaner diesmal auch im Angriff über weite Strecken recht konzentriert wirkten. Gäste-Coach Sven Hünerbein zeigte sich vor allem von der gegnerischen Defensive beeindruckt. „Wir sind auf sehr, sehr viel Abwehrkraft gestoßen“, gestand er. Seine Mannschaft habe keine Lösungen gefunden und sich in Einzelaktionen verloren. Insgesamt war die Partie für Hünerbein ein Fingerzeig dafür, wie eng es in der Liga in dieser Saison zugehen wird. „Du musst in jedem Spiel hellwach sein.“ Am Sonnabend waren es nur die Münsterstädter, die nach dieser Vorstellung mit viel Selbstvertrauen in die weitere Saison gehen können. Auf jeden Fall haben die Schützlinge von Trainer Andreas Köster gezeigt, dass sie keinen Gegner fürchten müssen. Dass der Coach dabei auch auf die jungen Akteure setzen kann, zeigte der 18-jährige Tom Steinberg, der sich mit vier Treffern erneut gut in Szene setzte.

Mit 6:2 Punkten rangiert der DSV jetzt hinter Fortuna Neubrandenburg (8:0) auf dem zweiten Tabellenplatz. Bis die Doberaner wieder auflaufen, dauert es drei Wochen. Erst am 20. Oktober müssen sie wieder ran – beim Vorjahresmeister Güstrower HV.

Doberaner SV: Schröder, F. Voigt – S. Voigt 6/4, Höwt 3, Traub, Hasenpusch 4, Finkenstein 4, Wende, Steinberg 4, Wilhelm, Lehwald, Rasch 4.