Handballer des Doberaner SV verlieren Duell der Absteiger

Schade! Die Handballer des Bad Doberaner SV haben es am Sonnabend im Duell der beiden Oberliga-Absteiger beim SV Fortuna Neubrandenburg verpasst, in der noch jungen Saison ein (mögliches) Achtungszeichen zu setzen. Nach einer furiosen Anfangsphase mit einer eigenen 9:5-Führung (19.) verloren die Schützlinge von Trainer Andreas Köster den Faden und mussten sich vor über 400 begeisterten Fortuna-Fans mit 23:27 (10:12) geschlagen geben.

Daran war in den ersten 20 Minuten allerdings überhaupt nicht zu denken. Die Hausherren trauten angesichts des selbstbewussten Auftritts der Münsterstädter zunächst ihren Augen nicht. Hellwach in der Deckung und hochkonzentriert im Angriff – so präsentierten sich die Gäste in der Westabo-Arena.

Dabei mieden sie die Konfron­tation mit dem bekanntermaßen starken Mittelblock der Neubrandenburger und kamen immer wieder über die Außen zum Erfolg. Tim Lehwald erzielte nach einer Viertelstunde mit dem 7:4 bereits seinen vierten Treffer für den DSV. Doch so überzeugend, wie die Doberaner begannen, so schnell fielen sie in alte Muster zurück.

Anstatt den Vier-Tore-Vorsprung als Pfand zu nutzen und das eigene Spiel weiter in Ruhe aufzuziehen, erhöhten sie das Tempo an und spielten letztlich Harakiri. Die Folge: Zunächst häuften sich die Fehler in der Offensive, daraus resultierend kamen die Gäste schließlich auch hinten immer öfter einen Schritt zu spät. So glich Fortuna nicht nur aus (9:9/24.), sondern ging bis zur Halbzeitpause sogar mit 12:10 in Führung.

„Heute hat man gemerkt, dass es uns noch an Erfahrung fehlt“, gestand Andreas Köster nach dem Abpfiff. Dennoch will er jungen Spielern wie Tom Steinberg (18) und Eric Wilhelm (19) weiterhin Einsatzzeiten gewähren – „nur so kann sich die Mannschaft entwickeln“. Der DSV-Coach wusste, dass es nach dem Pausenrückstand schwer werden würde für sein Team. „Wenn die Neubrandenburger mit ihrer bärenstarken Abwehr erst einmal führen, hat jeder Gegner ein Problem“, so Köster.

„Uns hat einfach die Ruhe gefehlt“, bemängelte Torhüter Florian Voigt, und Daniel Finkenstein fügte an: „Wir haben es nach dem Rückstand nicht geschafft, uns da wieder rauszuziehen.“ Das lag auch daran, dass Abwehrchef Finkenstein im zweiten Abschnitt deutlich abbaute. So jubelte am Ende die Fortuna. „Ich bin zufrieden, wir haben Moral bewiesen“, kommentierte Trainer Volker Hauschildt die 60 Minuten kurz und knapp.

Die DSV-Sieben rangiert jetzt vorerst im Mittelfeld der Tabelle der MV-Liga. Wiedergutmachung kann das Team bereits am kommenden Sonnabend betreiben, wenn die noch verlustpunktfreie TSG Wismar um 19 Uhr in der Stadthalle gastiert.

SV Fortuna Neubrandenburg: Prodehl, Fornal, Köpke – Langschwager 1, O. Hauschild 1, Deutsch 3, Schröder, Rogalski 1, Kühle 1, Stolz 2, Gryszka 11/5, Saß 1, Rademacher, M. Hauschildt 6. 
Bad Doberaner SV: F. Voigt, Massaro – S. Voigt 5/2, Stöwsand, Höwt 3, Traub 2, Hasenpusch 5, Finkenstein 2, Wende, Steinberg 1, Wilhelm, Lehwald 5, Rasch. 
Siebenmeter: Fortuna 5/5, DSV 3/2. 
Strafminuten: Fortuna 2, DSV 2.

Burkhard Ehlers