Brüder-Paar hält dem Bad Doberaner SV die Treue

Sebastian und Florian Voigt bleiben auch in der MV-Liga / Oberliga-Kellerduell geht in Neubrandenburg mit ‪22:25‬ verloren.

Das letzte Auswärtsspiel der Doberaner Handballmänner in der Oberliga Ostsee-Spree endete so, wie die meisten in den zurückliegenden drei Spieljahren: mit einer Niederlage. Mit der ‪22:25‬ (‪10:12‬)-Pleite beim SV Fortuna Neubrandenburg blieb die DSV-Sieben am Sonnabend zum insgesamt 32. Mal in den letzten 39 Partien in fremder Halle ohne Punktgewinn.

Nahezu in jedem Spiel in diesem Zeitraum mit dabei waren Sebastian und Florian Voigt. Seit Sommer 2016 gehören die beiden Brüder gemeinsam zum Kader des Doberaner SV. In der Sache sind sie dabei vereint, in den Farben allerdings – zumindest am Spieltag – nicht. Während der 27-jährige Rückraumspieler Sebastian Voigt in der Regel das gelbe Doberaner Dress trägt, steht sein nahezu exakt sieben Jahre jüngerer Bruder Florian mit einem grauen Sweatshirt im Tor.

Das wird auch in der kommenden Saison so bleiben. Schon vor dem feststehenden Abstieg in die Mecklenburg-Vorpommern-Liga haben beide Akteure ihren Verbleib im Team der Münsterstädter fest zugesagt. „Wir wollen jetzt zunächst noch einmal gegen Cottbus ein gutes Spiel vor eigenem Publikum machen. Für einige ist es ja das letzte Heimspiel“, blickt Sebastian Voigt, der im Jahr 2014 von der Reservemannschaft des HC Empor Rostock zum DSV wechselte, auf den Saisonabschluss ‪am 27. April‬ in der Stadthalle voraus.

Dann werden die Vereinsverantwortlichen im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren vermutlich ein paar mehr von den üblichen Abschiedsgeschenken vorbereiten müssen. Nach dem verpassten Klassenerhalt in der Oberliga droht den Doberanern ein großer Aderlass. Nebst dem bereits vermeldeten Wechsel von Routinier Yan Vizhbovskyy zum Ribnitzer HV liebäugeln weitere Akteure mit einer neuen Herausforderung. Auch bei Kapitän Sebastian Prothmann ist die sportliche Zukunft nach eigener Aussage „noch komplett offen.“ Andere Spieler hängen die Handballschuhe mit dem Ende dieser Saison an den Nagel.

Die Voigt-Brüder indes gehen mit dem
Doberaner SV das sicherlich nicht einfache Unternehmen MV-Liga erwartungsvoll an. „Ich freue mich auf die neue Spielzeit“, sagt Sebastian Voigt, dessen Spitzname „König“ übrigens direkt mit der neuen Spielklasse der Doberaner zusammenhängt. Denn vor seinem Wechsel in die Mollistadt holte sich Voigt einst als 22-Jähriger die Torjägerkrone in der MV-Liga.

Beim DSV führt er diese Wertung in der laufenden Serie zumindest teamintern erneut an, ligaweit liegt er mit 134 Treffern auf Rang acht. In Neubrandenburg wären für Sebastian Voigt und seine Kollegen bei einer besseren Chancenverwertung weitere Erfolgserlebnisse möglich gewesen. Der ansonsten sichere Siebenmeterschütze scheiterte nach seinem ersten erfolgreichen Versuch und der daraus resultierenden 2:0-Führung der Gäste (4.) aber gleich zwei Mal vom ominösen Punkt und ging diesmal auch sonst leer aus. „Wir standen in der Abwehr gut, haben aber vorne zu viel verworfen“, bemängelte er nicht nur seine Effektivität.

Zwar gelang den DSV-Handballern in der zweiten Halbzeit nochmals die Führung (‪18:17‬, 41.) durch den zehnfachen Torschützen Ben Meyer, doch die Fortunen drehten das Spiel erneut und gaben den Doberanern die rote Laterne des Tabellenletzten als zusätzliches Gepäck mit auf die Heimreise. „Letztendlich waren wir nicht besser als Neubrandenburg und haben deswegen auch verdient verloren“, konstatierte Sebastian Voigt.

In der kommenenden Saison gibt es für beide Vereine nach dem Abstieg ein Wiedersehen in der MV-Liga. Und für die Doberaner Zuschauer gibt es eines mit den Voigt-Brüdern. „Die Fans haben uns trotz allem immer bis zum Schluss unterstützt. Dafür muss man ihnen ein Kompliment machen“, lobt der Ältere der beiden Voigts den Rückhalt und baut darauf auch eine Liga tiefer „mit vielen interessanten Derbys.“

Neubrandenburg: Köpke, Fornal – Bernhardt 1, Langschwager 1, O. Hausschild 4, Klepp 3, Rogalski 8, Kühle, Gutjahr 3/1, Stolt 1, Gryszka 3/3, Saß, O. Hausschild 1, Bornkessel.

Doberan: Prothmann, F. Voigt – S. Voigt 1/1, Rasch, Traub, Jahn 1, Stöwsand, Paul, Glaser, Meyer 10/2, Schulz 7/5, Lendner 3, Lehwald, Vizhbovskyy.

Siebenmeter: Neubrandenburg 7/4, Doberan ‪11/8‬.

Strafminuten: Neubrandenburg 10 (inkl. Rot gegen Langschwager nach drei Zeitstrafen/59.), Doberan 18 (inkl. Rot gegen Glaser/51.)