Traumeinstand für Köster: DSV holt Auswärtssieg

Darauf haben die Oberliga-Handballer des Bad Doberaner SV lange gewartet: Mit einem 22:20 (11:7)-Erfolg bei der Spielgemeinschaft OSC Schöneberg-Friedenau haben sie gestern Nachmittag ihren Auswärtsfluch besiegt und ihrem neuen Trainer, ­Andreas Köster, in der Bundeshauptstadt einen Traumeinstand beschert. Der letzte Sieg in fremder Halle datierte vom 9. Dezember 2017, damals gewannen die Doberaner mit 29:27 beim späteren Absteiger SV Brandenburg-West. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung nach dem gestrigen Erfolgserlebnis. Wegen der Handball-WM in Berlin wurde ausnahmsweise am Sonntag gespielt.

„Dass es nach nur zehn Tagen gemeinsamen Trainings so gut läuft, hätte ich nicht erwartet“, war ­Andreas Köster nach seinem Pflichtspieldebüt auf der DSV-Bank überaus zufrieden. Seine Mannschaft habe Moral und Charakter gezeigt, auch wenn noch nicht alles geklappt habe. Ein Sonderlob hatte der Coach für seine Abwehr inklusive beider Torhüter parat: „Nur sieben Gegentore in den ersten 30 Minuten – das hat nicht nur mich beeindruckt“, zollte Köster seinem Team Respekt und Anerkennung.

Vor rund 250 Zuschauern agierten die Gäste in der Deckung bärenstark. Der Mittelblock mit Matthias Jahn und Alexander Stöwsand agierte gewohnt zuverlässig und erhielt diesmal die zuvor oft vermisste Unterstützung von den Halb- und Außenpositionen. „Da hat man gesehen, dass die Qualität da ist“, freute sich Köster über den erfolgreichen Auftritt seiner Mannschaft. „Dabei haben wir noch zwölf klare Chancen liegen lassen. Daran müssen wir arbeiten“, fand der neue Trainer ein (kleines) Haar in der Suppe.

Die Münsterstädter lagen in Berlin lediglich in der Anfangsphase im Hintertreffen. Der elffache Torschütze Nils Weber und Philip Wieschollek sorgten für eine 2:0-Führung der Hausherren (4. Minute), doch danach drehten die Doberaner auf. Nur acht Minuten später hatten sie beim 5:3 aus Gäste-Sicht das Zepter übernommen und gaben die Führung bis zum Schlusspfiff nicht mehr ab. Zwar kamen die Gastgeber beim 10:11 (36.) noch einmal gefährlich nahe, doch diesmal behielten die DSV-Männer den Kopf oben – über die Stationen 18:14 (50.) und 20:18 (55.) brachten sie den so lange herbeigesehnten Auswärtssieg unter Dach und Fach.

Mit acht Toren hatte Ben Meyer großen Anteil am Erfolg. „Das hat heute Spaß gemacht“, befand der 23-Jährige, der vor der Winterpause wegen einer Verletzung gefehlt hatte. „In der vergangenen Saison habe ich bei der SG sogar 13 Tore erzielt, aber da haben wir verloren. So ist es natürlich viel schöner“, bewies der Rechtshänder Qualitäten als Statistiker. Für seinen Trainer ging es diesmal „vordergründig ums Siegen“. Dass es noch Reserven – zum Beispiel in der Abstimmung zwischen Abwehr und Angriff – gibt, hat Köster dennoch registriert.

Er hat jetzt knapp drei Wochen Zeit, um seine Mannschaft noch besser kennenzulernen, denn in der Oberliga Ostsee-Spree geht es erst ab 2. Februar mit den restlichen zehn Spieltagen weiter. Dann empfängt die DSV-Sieben den Tabellendritten HV Grün-Weiß Werder. Das Hinspiel bei den Brandenburgern haben die Doberaner nur mit 26:29 verloren – beim zweiten Aufeinandertreffen in dieser Saison sollten sie mit neuem Elan nicht chancenlos sein.

SG OSF Berlin: Harris, Wey, Bartels – Le  1/1, Wald 1, Neeb 1, Werner 1, Werth 1, Stark 2, Schweitzer, Weber 11/3, Raffegeau. Wieschollek 2, Müller.

Bad Doberaner SV: Prothmann, F. Voigt – S. Voigt 8/7, Traub 1, Jahn 2, Stöwsand, Lendner, Fandrich, Glaser 1, Paul 1, Meyer 8/1, Schulz, Lehwald, Vizhbovsky 1.

Siebenmeter: SG OSF 4/4, DSV 11/8.

Strafminuten: SG OSF 10, DSV + Rot gegen Vizhbovskyy (Foulspiel/53.).