Handballern geht am Ende die Luft aus

Routinier Yan Vizhbovskyy war mit neun Toren erfolgreichster Doberaner Schütze bei der Auswärtspleite in Ludwigsfelde

Doberaner SV unterliegt im letzten Auswärtsspiel des Jahres in Ludwigsfelde mit 23:29.

Für die Doberaner Handballer bleibt die Lage in der Oberliga Ostsee-Spree brenzlig. Beim Ludwigsfelder HC zogen die Mecklenburger am Samstagabend mit 23:29 (12:14) den Kürzeren. Durch den fast zeitgleichen Sieg des VfV Spandau gegen das Ligaschlusslicht Fortuna Neubrandenburg (22:17) fiel die DSV-Sieben zum Auftakt der Rückrunde wieder auf einen Abstiegsplatz zurück.

Im südlichen Speckgürtel von Berlin konnten die Doberaner wie erhofft auf ihren Neuzugang Maximilian Lendner zurückgreifen. Dagegen war Kapitän Sebastian Prothmann diesmal im Tor auf sich alleine gestellt. Florian Voigt musste mit einem Muskelfaserriss erneut passen und ansonsten stand keine weitere Alternative für den Platz zwischen den Pfosten zur Verfügung.

Prothmann fand mit einem gehaltenen Siebenmeter jedoch – ebenso wie die gesamte Mannschaft – schnell ins Spiel und war der gewohnte Rückhalt. „Es hat zu Beginn fast alles funktioniert. Die Abwehr stand gut und im Angriff haben wir Lösungen gefunden“, meinte Lendner, der bei seinem Comeback im DSV-Dress vornehmlich in der Defensive eingesetzt wurde. Doch das Tor zum 9:8 durch den erneut gefährlichsten Doberaner Yan Vizhbovskyy erwies sich als letzte Führung der Münsterstädter (17.). Ludwigsfelde legte im Anschluss an den Ausgleich und einer folgenden Auszeit von DSV-Coach Lars Rabenhorst noch drei weitere Treffer nach und lag damit erstmals deutlicher vorn – 12:9 (22.).

Doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln, allerdings waren sie mittlerweile nicht mehr in allen Szenen auf der Höhe. Dafür war der Start in die zweite Halbzeit sinnbildlich: Prothmann parierte den dritten Strafwurf der Hausherren, die jedoch den Abpraller für sich verbuchten und nur wenige Sekunden später die Stadtsporthalle im Obergeschoss eines Ludwigsfelder Einkaufszentrums mit einem Torerfolg in Ekstase versetzten. Szenen, die sich mit zunehmender Spielzeit immer mehr häuften. „Wir haben damit wichtige Ballgewinne verschenkt“, haderte Prothmann.

Sein alter und neuer Teamkollege Maximilian Lender stellte rückblickend fest: „Wir sind trotzdem drangeblieben, haben dafür viel investiert.“ Und diesem Kraftakt mussten die Doberaner in der Schlussviertelstunde dann offenbar Tribut zollen. Nach dem 24:22 (48.) stieg vor allem im Vorwärtsgang die Fehlerquote. „Damit haben wir Ludwigsfelde gepusht und der Abstand wurde immer größer. Wir konnten uns nicht mehr in eine gute Position bringen“, so Lendner. Die DSV-Handballer trafen bis zum Abpfiff nur noch einmal, in den letzten acht Minuten fand sogar kein einziger Abschluss mehr den Weg ins LHC-Tor.

So fiel der verdiente Heimsieg der Ludwigsfelder am Ende deutlich aus. Und zumindest hinsichtlich der Auswärtsbilanz ging damit ein trauriges Doberaner Jahr 2018 in der Oberliga zu Ende: in 15 Spielen auf fremden Parkett ergatterte der DSV-Tross lediglich ein mageres Pünktchen. Am Sonnabend (19 Uhr, Stadthalle) ergibt sich mit dem Heimspiel gegen den MTV Altlandsberg zumindest die Chance auf einen versöhnlichen Abschluss vor den eigenen Fans.

Ludwigsfelde: Krause, Berndt – Klante, Einenkel 2, Schulpig 3, Giesin, Rose 4, Schütze 7/2, Knaack, Strube, Wiede 4, Kraft 2/2, Greupner 7.

DSV: Prothmann – Voigt 2/1, Traub 1, Rasch 5, Stöwsand, Fandrich, Glaser 1, Paul, Schulz 3, Lendner 2, Lehwald, Vizhbovskyy 9.

Strafminuten: LHC 4, DSV 4.

Siebenmeter: LHC 7/4, DSV 1/1.