DSV-Sieben scheitert an sich selbst

Oberliga-Handballer des Doberaner SV verlieren Vier-Punkte-Spiel beim LHC Cottbus mit 27:31.

Bei den Handballern des Doberaner SV bleibt leider alles beim Alten. Mit der 27:31 (12:15)-Niederlage am Sonnabend beim LHC Cottbus setzten die Münsterstädter ihre chronische Auswärtsschwäche weiter fort. Fast schon kurios dabei: trotz der neunten Saisonpleite kletterte die DSV-Sieben in der Tabelle der Oberliga Ostsee-Spree sogar einen Rang rauf und beendet die Hinrunde als Zwölfter auf einem Nichtabstiegsplatz.

Diese Momentaufnahme ist im Grunde der einzig positive Aspekt einer ingesamt verkorksten ersten Halbserie der Doberaner. Und jene fand im wenige Kilometer westlich von Cottbus gelegenen Kolkwitz-Sportcenter einen passenden Abschluss. „Hier war heute deutlich mehr drin“, meinte DSV-Trainer Lars Rabenhorst. Und er hatte Recht. Denn gegen die nur mit neun Akteuren angetretenen Gastgeber – mit einem aufgebotenen Brüder-Trio hörten gleich drei davon auf den Nachnamen Takev – erspielten sich die Mecklenburger im Angriffsspiel eine Vielzahl aussichtsreicher Gelegenheiten. Aber allzu oft scheiterten sie an LHC-Keeper Julian Adam oder gar an sich selbst.

Die mittlerweile schon bekannte Abschlussschwäche der Gäste zog sich wie ein roter Faden durch den Abend in der Lausitz. Bevor Nick Widera mit dem Treffer zum 5:3 (15.) für die erste Zwei-Tore-Führung der Hausherren sorgte und damit zugleich die torarme Phase des Abtastens beendete, hatten die Doberaner schon die ein oder andere klare Chance ausgelassen.

Obendrein avancierte Widera im Anschluss daran – und das nicht zum ersten Mal – zum Doberaner Albtraum. Am Ende standen satte zwölf Treffer für den Lausitzer Rückraum-Hühnen zu Buche. Der letzte davon beendete beim 25:21 (50.) auch das abschließende Doberaner Aufbegehren im Kampf um den ersten Auswärtssieg seit mehr als einem Jahr. Die Vorentscheidung in diesem Kellerduell fiel derweil schon deutlich früher: halbzeitübergreifend ließ die DSV-Sieben den LHC vom 13:12 (27.) zum 17:12 (32.) davonziehen und kam letztlich nicht mehr in Schlagdistanz.

Während sich der kriselnde Oberliga-Meister von 2017 damit vorerst aus den gröbsten Schlingen des Abstiegskampfes lösen konnte (9. Platz/11:15 Punkte), bleibt die Lage der Doberaner (12./8:18) kritisch. Und angesichts der mageren Ausbeute in fremden Hallen erwarten wohl nur die kühnsten Optimisten zum bevorstehenden Start der Rückserie eine Änderung dieser Situation. Denn im kommenden Gastspiel am Sonnabend beim Ludwigsfelder HC (6./13:13) hängen die Trauben abermals hoch.

Cottbus: Adam – Nietzel 6/2, R. Takev 3, Widera 12, Ernst 4, Reimann 1, F. Takev 1, A. Takev 3, Volk 1.

Doberan: Prothmann, Ludwig – Voigt 5/1, Traub 7, Jahn, Stöwsand 1, Fandrich 2, Paul 1, Glaser 4, Schulz, Lehwald 2, Vizhbovskyy 5.

Siebenmeter: Cottbus 3/2, Doberan 1/1.

Strafminuten: Cottbus 6, Doberan 8 (inkl. Rote Karte für Jahn nach drei Zeistrafen/40.)